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[Fee] Its Babytime! • Absender: stogadis, 04.07.2019 07:45

Ein Bericht vom 21.06.2019

Ich bin vor dem Weckerklingeln wach. Das funktioniert einmal, weil ich mich schon fast an den Rythmus gewöhnt hab - und außerdem bin ich aufgeregt.
Ihr ahnt es vermutlich, es ist bei meinen Damen bald Zeit zu platzen - das wird euch beim Vorbeireiten schon aufgefallen sein. In letzter Zeit stehen Nadima, Rihaana und Summertime nur noch träge auf ihrem Paddock rum, und das ist nicht nur der Hitze geschuldet. Die drei sind auch inzwischen so dick, dass sie sich kaum noch bewegen können. Drum bin ich nun also kurz nach 5 auf den Beinen, dusche mir den Schweiß der Nacht vom Körper und schlüpfe in eine Jeans und Tshirt, so früh morgens kann es durchaus noch ein wenig kühl sein.

Im Stall angekommen wird mir fröhlich entgegen gebrummelt. Natürlich heißt das frühe Aufstehen nun, dass die Damen und Herren auch früher Frühstück wollen, ist ja klar! Ich ignoriere die großen Kulleraugen vorerst und mache meinen Kontrollgang bei den Stuten. Die nahende Geburt kann man vor allem über zwei Parameter gut vorhersagen - einmal über einen pH Test, bei dem man eine kleine Menge Vorsekret aus einer Zitze drückt und schaut, ob der Wert noch bei entspannten 8,0 hängt oder auf 6,5 oder weniger gesunken ist. Dies ist ein Zeichen dafür, dass innerhalb der nächsten 24 Stunden mit der Geburt zu rechnen ist. Etwas weniger invasiv ist die Kontrolle auf Harztropfen. Innerhalb der letzten 1-4 Tage vor der Geburt bildet sich aufgrund des Vorsekrets ein kleiner Tropfen am Euter, bekannt als Harztropfen. Dieser ist zwar etwas ungenau, denn 1 bis 4 schlaflose Nächte sind schon etwas arg, aber man kann Harztropfen kontrollieren ohne das Pferd anfassen zu müssen. Das ist speziell bei Nadima letztlich mein einziges Anzeichen, denn sie wehrt sich vehement gegen die pH Kontrolle - schon der Blick aufs Euter wird von ihr missmutig hingenommen, angefasst werden möchte sie dann gar nicht. Da heute schon der zweite Tag ist, an dem sie deutliche Harztropfen zeigt, muss sie die ganze Tortur wohl aber nicht mehr lange hinnehmen. Ich hoffe dass mein kleines Dancing Fox Fohlen, dass Nadima in sich trägt, bald hallo sagen möchte.
Bei ihrer besten Freundin Rihaana hingegen wird es noch ein wenig dauern. Sie bildet zwar auch so langsam ein bisschen Euter, hat aber bislang deutlich weniger als Nadima und sowohl Harztropfen als auch pH Test sind bislang noch negativ. Sie will uns wohl noch ein bisschen auf die Folter spannen! Doch die Königin des "auf die Folter spannens" scheint Rebeccas Stute Summertime zu sein. Sie sieht noch gar nicht aus, als würde sie sich zeitnah von ihrem Baby trennen wollen. Sie hat kein Euter und auch keine der anderen Indizien - weich werdenden Kruppenmuskeln, Schubbern der Schweifrübe oder Unruhe.

Mit Bestechungsmöhren beende ich meine Kontrollrunde - eine für Rihaana, eine für Nadima, eine für Summertime und eine für Onkel Chico. Mit meinem Andalusier ist nämlich in den letzten Monaten eine spannende Veränderung vorgegangen. Er scheint den veränderten Zustand seiner langjährigen Boxennachbarn zu bemerken und zeigt außerordentliches Interesse an den Stuten. Diese nehmen dies auch gerne an, oder tolerieren sie zumindest. Anderen Wallachen gegenüber sind sie hingegen oft zickig, sie scheinen zu merken, dass Chico sich auf den Nachwuchs freut und keine Gefahr für die Fohlen darstellen wird. Dass er sich einen Sympathie-Schwangerschafts-Speckbauch angefressen hat hätte zwar nicht sein müssen, aber so ist er eben - immer mitfühlend und engagiert.

Um dem entgegen zu wirken geht es nun nach der Bestechungsmöhre für ihn an die Sache. Ich nutze die frühen Morgenstunden gerne für sein Training, denn er hat die Bewegung einfach am dringendsten möglich und morgens läuft der Schweiß noch nicht in Strömen.

Später am Tag: 18:30 Uhr
"Ruben, es reicht!" mit einem energischen Schlenker des Stricks bringt Rebecca den goldfarbenen Reitponywallach zum Stehen. Der hält nämlich mal wieder nichts vom still stehen und ist scharrt mit den Hufen. Seit einigen Monaten reitet Rebecca ihn nun mit, eine Aufgabe die sie sich vor einem Jahr noch nicht zugetraut hat. Doch durch die Erfahrungen mit ihrem eigenen Reitpony, Pablo Piccasso, hat Rebecca gehörig an Selbstbewusstsein zugelegt. Und während ihre eigene Stute Summertime, und ihre langjährige Reitbeteiligung Nadima beide nun Babypause haben, hat sie dann irgendwann die Lust gepackt sich an die "Herausforderung Ruben" zu wagen. Der 10jährige, den ich selbst gezüchtet habe, ist schon immer ein wenig mein Sorgenkind. Super engagiert, intelligent und energetisch bietet Ruben sich gerne an, stellt aber auch große Forderungen denen ich nicht immer gerecht werden konnte. Mit Rebecca ist er auch noch nicht 100prozentig auf einer Linie, aber man merkt wie gut die regelmäßige Arbeit ihm tut. Gerade waren wir zusammen ausreiten, ich bin meine Palomiinoscheckstute Magic Maiden geritten. Doch da es bei den Temperaturen nur ein gemütlicher Schrittausritt mit einer kurzen Trabepisode war, ist Ruben bei weitem nicht ausgelastet. Während meine Stute bereits wieder glücklich auf der Koppel steht, ist Rebecca noch mit ihm beschäftigt.

Ich nutze den Moment und gehe raus zu den Stuten. Erneut kontrolliere ich alle Stuten und werde bei Nadima aufmerksam - ihre Muskulatur ist deutlich weicher als noch heute morgen und auch ihre Scham ist verlängert. Geht es nun los? Ich merke, wie mein Puls steigt. Schnell habe ich das Handy bereit und schicke eine SMS an meine Tierärztin. Elona und ich sind gute Freunde, und auch wenn ich nicht weiß ob die Stute überhaupt tierärztliche Betreuung braucht - ihr letztes Fohlen hat sie ganz problemlos zur Welt gebracht - ist es mir lieber, wenn Elona schonmal vorbereitet ist. Danach gebe ich Rebecca und Sam Bescheid und auch in der van Steuben Gruppe gebe ich kurz Bescheid, und hoffe dabei inständig dass es kein falscher Alarm ist.

Eine knappe Stunde später stehen Sam, Rebecca, Elona und ich in der Stallgasse und beobachten das Geschehen. Nadima liegt in ihrer Box, ich hab sie direkt nachdem ich allen Bescheid gesagt habe rein gebracht. Rihaana haben wir auch direkt mit genommen, sie schaut nun über die Boxenwand interessiert ihrer Freundin zu. Diese ist sichtlich beruhigt, dass ihre beste Freundin bei ihr ist, aber unsere Anwesenheit scheint sie weniger zu freuen. Wir versuchen uns im Hintergrund zu halten, nicht immer alle vier über der Boxenwand zu hängen und rein zu starren. Aber so ganz die Neugierde zügeln kann ich auch nicht, ich rede mich damit heraus dass ich im Falle einer Komplikation schnell eingreifen will, aber nötig scheint das gar nicht zu sein. Schon sieht man ein erstes Vorderbeinchen - es ist weiß, geht dann in dunkles Fell über. Das zweite kommt auch direkt mit, kein Grund zur Sorge. Die Geburt verläuft nun schnell und ich kann den Anblick kaum fassen, als gegen 20 Uhr schließlich ein kleines nasses Fellbündel in der Box liegt. Es ist ein Rappe, das war aufgrund der Farbgenetik der Eltern von Anfang an klar. Das Geschlecht ist noch nicht sicher, denn gerade ist Mama erstmal damit beschäftigt ihr Kleines Abzulecken und so schnippisch wie Nadima aktuell ist will ich nicht sofort ans Fohlen ran.

Eine weitere Stunde später wird ein Eingreifen nun doch noch nötig. Das Fohlen steht zwar auf wackeligen Beinen, findet aber nicht so Recht den Zugang zur Milchbar. Als Elona und ich gemeinsam die Box betreten behält Nadima uns zwar genau im Auge, bleibt aber ruhig und relativ entspannt als wir uns dem Fohlen nähern und es letztlich auch anfassen. Während ich das Fohlen halte, zeigt Elona ihm geduldig den Weg an Nadimas Euter. Andocken klappt dann von selbst und gierig schlürft das Fohlen sein erstes Abendmahl. Ich nutze die Situation für einen neugierigen Blick - ein Stutfohlen! Schon seit Monaten stehen die Namen meiner Fohlen fest, jeweils einer für den Falle dass es ein Hengst wird und einer für den Fall, dass es eine Stute wird. "Hallo Dancing Raqisa" murmel ich mit einem Kloß im Hals und spüre eine kleine Träne über meine Wange kullern. 9 Jahre ist es her, dass ich mit Marshall zuletzt den Beginn eines Pferdelebens miterleben durfte - heute schwebe ich wie auf Wolken ins Bett und begebe mich ins Land der Träume, wo eine kleine schwarze Stute mit weißen Beinen durchs Leben trabt.

Hier könnt ihr Raqisa besuchen gehen!


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