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#13 - Intricate

in Past 10.01.2021 14:47
von Natsch • 20 Beiträge | 52 Punkte

INTRICATE
WATCHING THROUGH WINDOWS
YOU'RE WONDERING IF I'M OK



Ich betrachtete meine Schwester mit skeptischen, zugleich aber auch müden Blick, als ich diese in meiner Küche am Herd vorfand. "Was tust du da?", fragte ich unverblümt und streckte sämtliche Körperteile von mir. "Pfannkuchen!", pfiff sie fröhlich und bedachte mich mit einem kurzen Blick. "Aber du kannst nicht kochen..", beklagte ich mich und blinzelte ihr über die Schulter. Nicole tat empört. "Na nun hör aber mal! Sei froh, dass ich das für dich mache!", schnatterte sie aufmüpfig und rümpfte die viel zu gerade Nase. "Eine Vergiftung ist das letzte was ich jetzt brauch...", sie stieß mir sachte ihren Ellbogen in die Rippen. Ich weiß nicht ob das Koma mich hat zynischer werden lassen, ich einfach durch meinen schlechten Schlaf einen noch schlechteren Tag hatte oder mich die Tatsache, das Jared sich nicht meldete kränkte, auf jeden Fall fiel es mir schwer sachlich zu bleiben. Ach.. und die Pfannkuchen waren scheußlich.

Nachdem ich einen Pfannkuchen mehr schlecht als recht runtergedrückt habe und meiner Schwester versicherte, dass er doch nicht so schlimm war wie angenommen (auch wenn er es war) zog ich mein Handy aus der Jackentasche und schaute auf den Display. Seit gestern hatte ich keine Anrufe mehr erhalten und Jared hatte immer noch keine Reaktion gezeigt. Verunsichert und in Gedanken verloren knabberte ich an meiner Unterlippe, ehe ich die Augen verdrehte und Jared's Nummer wählte. Der nun schon all zu bekannte Freizeichenton klingelte in meinen Ohren nach, während ich darauf wartete, dass er abhob. Doch er tat es nicht. Frustriert stieß ich den Atem aus und schob das Handy wieder in die Jackentasche. "Geht nicht ran?", fragt meine Schwester als sie meinen Gesichsausdruck sieht. "Nein. Ich geh duschen."

Frisch geduscht und voller Tatendrang, wenngleich ich mich immer noch sehr steif fühlte, nahm ich Elly und Abby an die Leihne und verließ mit den beiden das Haus. Dabei flogen meine Gedanken immer wieder zu Jared und den möglichen Gründen für seine Abweisung. Selbst Ivo meldete sich noch regelmäßig, obwohl er wusste, dass das mit uns nichts mehr geben wird. Wir bemühten uns sogar um einen kameradschaftlichen Umgang. Sofern sowas möglich war. "Hör auf so zu ziehen, Abby!", beschwerte ich mich dann eher schwach und holte tief Luft, als ich merkte, wie mein Kreislauf absackte. Instinktiv wurde ich langsamer und ging in die Hocke. Abby kläffte, zog an der Leine und beschwerte sich, während Elly angetrottet kam und mir das Knie leckte. In einer anderen Situation hätten mich diese unterschiedlichen Reaktionen amüsiert - so konnte ich mich in dieser Situation jedoch nur über den weißen Hund aufregen. "Abby!", sagte ich so streng wie möglich, doch nach wie vor gab sie keine Ruhe. Während sich mein Blickfeld langsam verschwomm, setzte ich mich auf den warmen Bürgersteig und zog den Kopf zwischen meine Knie. Erst das laute Motorengeräusch, welches neben mir verstummte ließ mich leicht aufmerken. Irgendwelche schaulustigen Idioten konnte ich nun wirklich nicht gebrauchen. "Brauchst du Wasser?", hörte ich eine männliche Stimme fragen und kurz darauf tippte mich derjenige auch schon mit einer großen Plastikflasche an. "Hey!", versuchte er meine Aufmerksamkeit zu erlangen, doch ich war viel zu sehr damit beschäftigt den blauen und grünen Punkten zu folgen, die sich vor mein Blickfeld schoben.

Und auf einmal war ich ganz schön nass. Empört und erschrocken holte ich tief Luft und richtete mich ruckartig wieder auf. "Sind Sie eigentlich...", fing ich an und wischte mir das Wasser aus dem Gesicht. "Wenn du halt nicht reagierst und wie ein Schluck Wasser in der Kurve da hockst!", mir fiel seine eher freie Sprachwahl auf, die mich irgendwie amüsierte. "Kein Grund einen gleich vollzumachen!", beharrte ich auf meiner Position und stellte mich wieder auf, etwas wackelig auf den Beinen. Jetzt erst hatte ich Zeit den Menschen, der mich so ungehobelt mit Wasser vollgemacht hatte um meinen Kreislauf wieder auf Trab zu bringen, zu mustern. Er war nur ein paar Zentimeter größer als ich, hatte einen 3mm Haarschnitt und einen Bart in gleicher Länge. Seine Augen waren graublau und wirkten irgendwie.. fröhlich, als würde er sich amüsieren. Seine vollen Lippen waren zu einem halben Lächeln verzogen und sein athletischer Körper in eine schwarze Lederkombination verpackt. "Soll ich dir ein Taxi rufen?", schlug er vor, ich hob jedoch nur abwehrend die Hände. "Schon gut, hast genug getan.", antwortete ich, was er mit einem Zucken seiner Schultern kommentierte. "Okay, scheinst ja wieder einigermaßen Fit zu sein. Dann mach's Mal gut.", war seine lockere Reaktion und er schlenderte zurück zu dem am Straßenrand stehenden Motorrad. Eine sportlich anmutende Maschine. "Lauf nicht so viel in der Sonne rum.. ohne Kopfbedeckung.", tadelte er mich noch, ehe er seinen Helm aufsetzte und das schwarze Visier herunterklappte. Ich nickte mit Trotz im Gesicht, ehe ich mich abwendete und meinen verrückten weißen Hund kurz nahm, während der andere an langer Leine daher schlenderte.
Was ein Idiot!

Am Stall angekommen begrüßte mich Julia mit einem besorgten Blick. "Wie siehst du denn aus?", fragte sie mich, denn wenngleich das Wasser schon getrocknet war, wirkte ich dennoch wie ein vom Tornado getrockneter begossener Pudel. Ich seufzte leise und kniete mich hin, um die beiden Hunde loszumachen. Abby stürmte davon, während Elly sich einen schattigen Platz in der Stallgasse suchte. "Ein Idiot hat mir Wasser über den Kopf gekippt.", klagte ich mein Leid und Julia's Blick wurde ungläubig. "Wieso denn das?", sie hob eine Augenbraue, dann gingen wir Seite an Seite zur Hengstwiese. Dabei erzählte ich ihr von der Begegnung und meinem kurzzeitigen Kreislaufproblem. "Du solltest dankbar sein! Du hättest komplett wegkippen können! Vielleicht solltest du dich noch weiter schonen!", Julia's Stimme klang anklagend und besorgt zugleich. Als sie meinen Gesichtsausdruck sah, beendete sie jedoch ihren Tadel und schluckte den Rest hinunter. "Ich dachte wir gehen heute spazieren, hab mit Zarino seit Ewigkeiten nichts mehr gemacht...", ich ignorierte ihre vorherigen Worte betont locker und streichelte Samir's Stirn der angetrabt kam um sich ein wenig Aufmerksamkeit abzuholen. "Heute hast du Pause...", sagte ich leise zu dem Junghengst, welcher sichtlich entspannt ein Bein entlastete. "Ich hab eine bessere Idee...", sagte Julia und pfiff Zarino zu sich.
Zusammen gingen wir zu den Putzplätzen. Julia führte Zarino und machte gelegentlich eine Bodenarbeitsübung mit ihm, damit die Langeweile bei dem Roan nicht all zu schnell aufkam. Der große Hengst war beeindruckend und in meinem Zustand war es vielleicht doch nicht das beste mit ihm spazieren zu gehen. Dennoch den Roan anbindend, holte ich tief Luft und versuchte mich zu entspannen. Die Begegnung mit dem Motorradfahrer hatte ich längst verdrängt und gab mich der einfachen Aufgabe hin, das Fell von Zarino von groben Schmutz und Staub zu befreien. Heute wohl geduldiger als sonst, ließ der Bayroan dies ohne ein Zeichen der Langeweile über sich ergehen. Die Mähne kämmte ich kurz durch und auch der Schweif wurde von Knoten befreit. Die Hufe übernahm wieder Julia, die meinem Zustand noch nicht sonderlich vertraute.
Als Julia wenig später seinen Sattel holte, merkte ich irritiert auf. "Wofür braucht er denn den?!", fragte ich nach und strich Zarino über die Stirn. "Kennst du noch die Führzügelklasse?", fragte mich die Blondine mit einem Lächeln und ich nickte vage. "Du reitest heute aus und ich führe dich dabei.", ich erkannte die Geste die dahinter steckte und musste schmunzeln. "Für dich habe ich sogar den kleinen Halteriemen am Sattel befestigt...", fuhr sie fort und zupfte kurz daran. Mir blieb nichts anderes übrig als darüber zu lachen. Herzhaft zu lachen.

Nachdem ich mit Hilfe eines Treppchens aufgestiegen war, hielt ich mich artig an dem Halteriemen des Sattels fest und schaute zu Julia herunter. "Und du willst wirklich laufen?", fragte ich sie mit einem feisten Grinsen auf den Lippen. Julia streckte mir die Zunge raus, griff nach Zarino's Zügeln und führte uns vom Hof. Noch im vorbeigehen wunk uns Bea, die sich das Grinsen ebenfalls nicht verkneifen konnte.

"Ich würde am liebsten direkt wieder voll durchstarten. Diese Pause ist viel zu lang...", stöhnte ich leise und duckte mich etwas, als ein tiefer Ast mir drohte ins Gesicht zu hängen. "Du wirst schon wieder fit. Mach dir keinen Stress, das mit Samir geht doch schon ganz gut. Ihr könnt Bodenarbeit machen - so, dass es dich nicht belastet - und wenn du dann wieder soweit bist, wird das Anreiten umso leichter.", baute mich die große Blondine etwas auf und lächelte zu mir hoch. "Und bis dahin wirst du nur geführt! Denk gar nicht erst daran, wieder in den Sattel zu steigen und direkt Vollgas zu geben!", die Mahnung folgte auf dem Fuße und ließ mich leicht schmollen. "Ja...ja...", ich seufzte.
Nachdem wir die Militäriestrecke hinter uns gelassen haben - ich konnte mir nicht verkneifen ihr einen sehnsüchtigen Blick zuzuwerfen - kamen wir zu den Stoppelfeldern, die wir im Schritt passierten. Entspannt hing jeder seinen Gedanken nach und wir fröhnten dem angenehmen Wetter welches sicher bald wieder umschlagen würde. Es tat gut im Sattel zu sitzen, auch wenn ich nur geführt wurde und nicht selber das Steuer übernahm. Es war als könnte ich für einen Moment meinen Kummer über meine derzeitige Situation einfach so vergessen und das war eine Menge wert. Zumindest für mich. Außerdem saß ich vorher noch nie auf Zarino, weshalb ein spitzbübisches Lächeln um meinen Mundwinkeln zuckte. Entferntes Hufgetrappel zog dann jedoch unsere Aufmerksamkeit auf sich. Mein Blick glitt über meine Schulter und ich erblickte den nun wohl schon bekannten Palominohengst und dessen Reiter. Ich wusste nicht welche Reaktion oder Gefühl mich zuerst überkam. "Da ist Jared.", sagte ich tonlos und Julia drehte sich in dem selben Atemzug selber um. Jared zügelte den Palomino mitten auf dem Stoppelfeld und taxierte uns. "Was er wohl hat?", Julia war mindestens genauso irritiert wie ich, denn selbst als sie die Hand zum Gruß hob, regte sich der Mittdreißiger nicht. Alles in mir verlangte zu ihm zu gehen und zu fragen, was zum Henker sein Problem sei. Doch bis zu ihm war es ein gutes Stück und ich war sicherlich nicht wahnsinnig genug um Julia die Zügel aus der Hand zu reißen und Zarino dorthin zu schicken. Nein. Ich hatte oft genug versucht mich zu melden und Kontakt zu ihm aufzubauen, jetzt durfte er sich ruhig dazu durchringen zu MIR zu kommen! Aber das tat er nicht. Er wendete seinen Hengst und galoppierte in einem unglaublich entspannten Tempo davon. "Was war denn das?", man hörte die Empörung aus Julia's Stimme und ich wandte den Blick von dem Punkt ab, an dem er vorhin noch gestanden hatte. "Keine Ahnung - aber gut, dass ich nicht die einzige bin, die das alles nicht versteht.", antwortete ich frustriert und lehnte mich an Zarino's Hals. "Komm wir gehen weiter...", auf einmal fühlte ich mich unglaublich schlapp und müde - obwohl vorhin, als ich Jared gesehen hatte, mir das Adrenalin und alle möglichen Glückshormone durch meinen Körper gerast waren. Doch die Euphorie die meinen Körper erfasst hatte, war nun ins Gegenteilige umgeschlagen. Vielleicht lag es auch einfach nur daran, dass ich noch nicht wieder fit war.
Gemütlichen Schrittes gingen wir dann über einen etwas unebenen Weg der uns zum See führte, an welchem wir aber auch nicht lange verharrten. Still und in Gedanken fühlte ich den regelmäßigen Schritten des Roanhengstes nach und versuchte jeden Gedanken an Jared von mir zu schieben. Denn er hatte es eindeutig nicht verdient, dass ich meine kostbare Zeit damit verschwendete, über ihn und sein Problem nachzudenken. Er war nicht einmal Mann genug um mir zu sagen was nicht stimmte oder was falsch gelaufen war. Ob er eine andere Frau kennengelernt hatte? "Alles gut da oben?", fragte mich dann Julia und ich nickte. "Ja klar.", antwortete ich und kraulte Zarino den Mähnenkamm. Ohne, dass ich wirklich etwas davon mitbekam, kamen wir wieder an dem Weg der Militäriestrecke vorbei - doch dieses Mal schenkte ich ihr keine Beachtung. "Denkst du er hat uns nicht erkannt?", fragte ich nachdenklich, sofort wissend, dass das absurd war. Spätestens als Julia ihn gegrüßt hatte, hätte er - wenigstens der Höflichkeithalber - reagieren können. Die Blondine schnaubte und kickte einen Stein auf den Grasstreifen neben dem Weg. "Und ob!", pikierte sie sich. "Vielleicht hat er ja eine Neue?", warf ich die nächste Frage in den Raum und Julia verzog die Lippen zu einer skeptischen Linie. "Kein Grund einen zu ignorieren.", warf sie ein, womit sie auch Recht hatte. Nach dem was ich von Jared mitbekommen hatte, hätte ich nie gedacht, dass er so ein unreifes Verhalten an den Tag legte. Man! Ich war wirklich sauer auf ihn!
Als wir wieder am Putzplatz ankamen, kamen Bea, Lisa, Sandra und Vivi um's Eck und unterhielten sich aufgeregt über irgendein Thema. Doch just da sie uns sahen und erreichten, verstummte der Chor und besahen uns amüsiert. "Kaum wieder da und schon im Sattel...", seufzte eine der Damen und tätschelte Zarino den Hals. "Hier oben ist es wesentlich bequemer als da unten..", entgegnete ich mit einem vagen Lächeln, ehe ich abstieg und Zarino's Mähne kurz mit den Fingern sortierte. "War es denn wenigstens schön?", fragte Vivi nach und neigte fragend den Kopf. Julia und ich nickten Synchron, sagten jedoch nichts. "Was denn? Haben wir was verpasst auf eurem Schrittründchen?", hakte Sandra nach und kurz erzählte ich ihnen, was passiert war - das Jared da war. "Hä?" - "Wasn Arsch!" - "Also das hätte ich ja nicht gedacht!", die Empörung der anderen Mädels war groß. "Und er sucht nicht das Gespräch? Kann doch nicht sein.", fuhr Bea fort und verschränkte die Arme vor der Brust. "Da ist was faul!", stimmte Lisa ihr zu und schüttelte den Kopf. "Leider spricht er nicht mit mir, also werde ich es wohl nie erfahren.", seufzte ich und strich mit einer weichen Bürste über Zarinos Beine. "Bullshit ist das!", meinte Vivi und klimperte kurz mit ihrem Autoschlüssel. "Ich muss los, aber halt mich auf dem laufenden.", kurz umarmten wir uns, ehe sie in Richtung ihres Wagens verschwand. "Mich auch..", sagte Bea, deren Telefon schon wieder klingelte - woraufhin sie verschwand. "Komm, wir bringen Zarino zurück...", Julia nickte in die Richtung der Wiesen und ich folgte ihr im geringen Abstand.

SCHICKSAL

Zuhause angekommen begrüßte mich meine Schwester mit einer überschwänglichen Umarmung. "Wo warst du denn so lange? Ich dachte du wolltest nur kurz zum Stall...", dass es bereits wieder Abend war, hatte ich gar nicht so richtig realisiert. Überhaupt ging die Zeit im Moment wie im Flug vorbei, ganz gleich, ob ich beschäftigt war oder nicht. "Sollen wir was bestellen? Ich soll ja nicht kochen!", man hörte den Vorwurf in ihrer Stimme nur all zu deutlich, doch ich gab mir keine Mühe auf eben jenen einzugehen und nickte. "Pizza fänd ich gut...", antwortete ich während ich mir eine kalte Cola eingoss. Mein Kreislauf hatte den Zucker dringend nötig. Ein seliger Seufzer entrang sich mir, als ich das Glas ansetzte. "Okay, das übliche?", ich nickte wieder, mir vornehmend, sie zu fragen wie lang sie noch bei mir wohnen wollen würde - ihr Mann muss doch langsam vereinsamen! "Ist unterwegs...", sagte Nicole nach einem kurzen Gespräch und überreichte mir dann einen schmalen Zettel. "Hier, den hatte ich in meinen Zeitschriften - ist ein Schuhgutschein für 50MM.", erklärte sie mir und ich stellte mit einem grinsen das Colaglas ab. "Cool! Genau das brauche ich im Moment!", japste ich und eilte zu meinem Laptop um die Online-Shop-Seite des Schuhhändlers meines Vertrauens aufzurufen. Ich scrolle durch den Shop und ein Seufzer nach dem anderen rollte über meine Lippen. "Ich bräuchte neue Pumps..", murmelte ich und dachte an meine alten schwarzen Dinger, deren Absätze ich schon vier Mal hatte reparieren lassen. "Was willst du mit Pumps?", rief meine Schwester aus dem Flur - sie hörte wirklich alles! "Zum Feiern trage ich sie gelegentlich gerne Mal!", antwortete ich und schaute mir ein paar dunkelblaue an, die prima zu meinen neuen - sehr engen - Jeans passten, die ich mir kurz vor dem Unfall gekauft hatte. Ich wollte sie zu einem Date mit Jared anziehen. Jared. Meine Lippen verziehen sich zu einer strengen Linie. Keine blauen Pumps. "Aber Sneakers sind doch viel bequemer!", warf Nicole ein und schaute über meine Schulter in den Online-Shop. "Aber davon habe ich Toooonnen!", jaulte ich und ignorierte ihr getatsche auf meinen Bildschirm. "Lass das!", meckerte ich und sie imitierte eine Ziege. So typisch! "Guck doch Mal die Stiefel!", sagte ich im nächsten Atemzug aber auch schon wieder und holte tief Luft. "Die sind super!" - "Ich find die sehr schlicht. Langweilig.", ihre nüchterne Feststellung.
Wir diskutierten eine weitere halbe Stunde herum, bis es an der Tür klingelte. "Ich mach schon, wird der Pizzabote sein...", ich nickte und entschied mich - als meine Schwester verschwand - doch für die blauen Pumps. Auch wenn sie mich an das Date erinnerten, das nicht stattgefunden hatte - was eigentlich lächerlich war, weil ich sie eben erst entdeckt hatte. Aber die Jeans..., jammerte es in meinem Kopf - heute war nicht mein Tag. Dennoch zufrieden klappte ich den Laptop zu und trat in den Flur, meine Schwester unterhielte sich mit dem Pizzaboten während sie die Bestellung bezahlte. Plötzlich trat eine zweite Gestalt in den Türrahmen. "Jared?", ich hole merklich tief Luft. Er schwankt leicht, meine Stirn kräuselt sich. "Hast du getrunken?", er nickt als Antwort. "Und Leah?", fragte ich nach seiner Tochter. "Großeltern.", war seine einfache Antwort.
Was war hier nur los?

SECRETS STOLEN FROM DEEP INSIDE

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