#1

4 - Parteeeyy oder: ein Silvester-Nachtrag

in Past 22.03.2017 12:10
von biaggi • 26 Beiträge | 32 Punkte

PARTEEEYY ODER: EIN SILVESTER-NACHTRAG


Der 31. Dezember war schon immer ein besonderer Tag für mich und gerade bei dem, was wir heute vorhatten, schlug mein Party-Herz ein Stück schneller. Ja, ich genoss es immer, einfach mal in einen Club oder zu einer Veranstaltung zu gehen, mal nicht an den Alltag zu denken. Da konnte ich mich immer gut entspannen.
Heute stand also ein Silvesterball in den Lokalitäten der Sportpferdezucht Winter an, die eigentlich jedem ein Begriff sein sollte. Aber auch die Party selber hatte schon einen gewissen Bekanntheitsgrad über die Jahre entwickelt, denn sie war gleichzeitig der Abschluss eines großen Turniers, den Winter Cup Finals. Das war ja was! Er Sport vom Feinsten und dann Party. Ich hatte gehört, dass auch Walleys Vorbesitzer mit einigen Pferden die Qualifikationen gut überstanden hatten und somit das Ticket in die Finalprüfungen gelöst hatten und freute mich auf den einen oder anderen Plausch.

Recht früh hatte ich mir mit Erin und Ellen, mit denen ich fahren würde, einen Treffpunkt ausgemacht. Vorher aber musste ich noch Walleys Box misten und brachte meinen „kleinen“ Kerl vorher auf die Wiese. Ich glaube, er war froh, heute nichts machen zu müssen und sowieso wollte er scheinbar heute nicht so viel von mir wissen, außer den Leckerlies natürlich, und lieber mit seinen Kumpels draußen spielen.
Ehe ich mich versehen konnte, war es auch schon um 8, unsere eigentliche Treffzeit, und Erin kam zur Stalltür rein. „Bist du fertig? Ellen steht auch schon draußen.“ „Na klar, aber ich muss meine Sachen noch aus dem Auto holen.“ Ich hatte mein Kleid natürlich noch sauber verpackt im Kofferraum gelassen, denn ich wollte ja nicht, dass es hier im Stall dreckig wurde. Also flitzte ich schnell los, um alles zu holen. Schnell waren die Klamotten und meine Tasche in Erins Auto verstaut und schon fuhren wir los. Die Stimmung war sehr gut und wir drei Mädels freuten uns schon richtig auf das Turnier und den Abend. Elias musste leider arbeiten. So brauchte ich auch kein schlechtes Gewissen haben, weil ich ihn allein ließ. Damit hatten wir uns über die Jahre abgefunden.

Die Fahrt über fielen wir recht schnell in angeregte Gespräche über unsere Vergangenheit. Ich erfuhr viel Neues über Ellen und Erin und wurde natürlich auch selber mit Fragen gelöchert. Die Zeit verging wirklich rasend schnell, wohl aber auch weil die Straßen echt leer waren, und eher als geplant bogen wir auf den Parkplatz des kleinen Hotels ein, wo wir die Nacht verbringen würden. Zum Glück waren wir alle im gleichen Haus und sogar auf derselben Etage untergebracht. Heute Nacht würden wir uns also alle gegenseitig in die Zimmer führen können – wer weiß in welchem Zustand wir dann sein würden.
Ich hatte ein Einzelzimmer gebucht, welches wirklich schön wohnlich in dunkelblau und beige-Tönen eingerichtet war. Das Bett fühlte sich unglaublich bequem an und auch genügen Stauraum für meine paar Sachen und natürlich das Kleid war vorhanden. Ich versuchte, mich zu beeilen, weil das Turnier schon angefangen hatte. Somit machte ich mich wieder auf den Weg in Richtung Lobby, wo gerade auch Ellen ankam. Auch auf Erin mussten wir nicht lange warten und so konnten wir uns schnell auf den Weg in die moderne Sportanlage der Winters machen.

Der Komplex war wirklich wunderschön und hatte einfach alles, was das Reiterherz begehrt. Gut, man konnte es auch verstehen, waren die Winters doch sogar international ganz vorn mit dabei und hatten auch im Zuchtgeschäft viel zu sagen. Wer eben Wundertiere wie Cyrus Farce usw. besitzt, der hat alles richtig gemacht – zumindest in meinen Augen. Nachdem wir Mädels wahrscheinlich den ganzen Weg lang nur mit offenen Mündern zurückgelegt hatten, erreichten wir nun die große Reithalle, oder eher das Stadion, in dem die Prüfungen stattfanden. Schnell fand sich für uns ein Platz auf der Tribüne, während wir gerade die letzten Reiter im Spring-Cup ihren Parcours ablieferten. Meine Güte, waren das Höhen! Davon träumte ich ja nur, mal hinzukommen. Als nächstes stand dann der Winters Cup in Dressur auf dem Plan, was mich allerdings nicht weniger interessierte. Die Halle füllte sich nun immer mehr und schnell hatten wir drei jemanden zum Quatschen gefunden. In meinem Falle war es meine Namensvetterin Bianca Illmer, also die Besitzerin von Lindenhof und auch Vorbesitzerin von Walley. Mich freute es, dass sie mich gleich wiedererkannte.
„Hallo Bianca! Schön das man sich hier sieht“, begrüßte sie mich mit einem freundlichen Handschütteln. „Hallo! Ja na so eine Veranstaltungen können wir uns doch nicht entgehen lassen.“ Ich stellte den anderen meine Bekannte auch vor und schnell fanden wir in ein Gespräch. Bianca saß hier um ihre beiden startenden Pferde im Dressurcup anzufeuern, wobei das erste, eine braune Stute schon ihre Prüfung begonnen hatte. Leider lief es nicht allzu gut und Bianca gab nur „Naja, der zweite wird bestimmt besser.“ als Kommentar ab. Im selben Atemzug erkundigte sie sich nun nach Walley und das gab mir den Anlass, in einem Wasserfall alles zu erzählen, was bisher passiert war. „Wir sind mittlerweile auch dem Reitverein Eichenau zuhause und greifen wieder die Turnierszene an.“ „Oh ja, ich hab euch vor einer Woche oder so mal auf einer Starterliste gesehen. Wie lief es?“ „Er war einfach toll. Wir hatten zwar erst mal nur zwei E-Springen genannt, um wieder reinzukommen, aber da hat er seine Sache echt gut gemacht. Einen ersten und einen vierten Platz, ich finde die Bilanz klingt nicht schlecht“, schwärmte ich von meinem schwarzen Wallach. „Das stimmt, das klingt nach einem erfolgreichen Wochenende. Na ich drück euch auf jeden Fall weiterhin die Daumen“, bemerkte Bianca, „Und vielleicht könnt ihr hier ja auch mal mitreiten.“ Ich winkte lachend ab, war innerlich aber geschmeichelt über diese Aussage. Gemeinsam verfolgten wir noch die Prüfung. Biancas Prognose ging in Erfüllung, denn ihr zweites startendes Pferd, ein bunter Fuchshengst, holte sich doch tatsächlich den Sieg. Ich gratulierte ihr dazu noch schnell, ehe sie auch schon nach unten verschwunden war, um ihre Reiterin zu beglückwünschen.

Zu dritt blieben wir noch den Nachmittag über in der Reithalle, schauten großartigen Sport an, diskutierten wild über einige Richterentscheidung und bummelten auch mal über Verkaufsstände, die einige Unternehmen aufgebaut hatten. Immer wieder ertappte ich mich selbst dabei, wie ich mir vorstellte, selber einmal im großen Sport mitzumischen und einen großen Preis zu gewinnen. Ich war mir sicher, das mit Walley schaffen zu können.

„Bianca…“ Ich schrak auf. Erin schaute mich verdutzt an und auch Ellen hatte einen schiefen Blick aufgelegt. „Was war denn jetzt los?“, fragten mich die Frauen. Oh, da war ich wohl etwas zu tief in die Tiefen meiner Gedanken versunken. Grinsend verdrehte ich die Augen: „Ach nichts, ich hab bloß grad wohl etwas zu sehr überlegt.“ Die anderen zwei brachen in Gelächter aus. „Wir müssen los, uns umziehen! Sonst schaffen wir das doch nicht“, bemerkte Erin und in der Gruppe machten wir uns auf den Weg zum Hotel. „Wann kommen die anderen?“, fragte ich in die Runde. „Ich glaube, wir wollten uns alle an der Bar nach dem Einlass treffen“, antwortete Ellen mir. „Also bis gleich.“ Ich fischte die Zimmerkarte, die gleichzeitig auch mein Schlüssel war, aus der Hosentasche und öffnete die Tür. Jetzt musste alles ziemlich schnell gehen. Duschen, ins Kleid schlüpfen, Make Up und Haare zur Frisur hochstecken. Zum Glück hatte ich mir alles schon vorhin zurechtgelegt, sodass das Fertigmachen nun ein Klacks war. Am Ende betrachtete ich mich noch einmal selber im Spiegel. Vor mir „stand“ also eine junge Frau in einem knielangen, bordeauxfarbenen Kleid, High Heels und hochgesteckten Haaren. Ich war zufrieden mit meinem Outfit und beschloss, nun wieder in die Lobby des Hotels zurückzukehren. Ich war zum Glück die erste, musste aber auf meine zwei Begleiterinnen nicht allzu lange warten. Auch sie sahen wirklich bezaubernd aus.

Die Party hatten wir schnell erreicht und mit unseren Eintrittskarten gelangten wir schnell in den Partysaal, den sie wirklich toll geschmückt hatten. Luftschlangen, Konfetti, Ballons und trotzdem wirkte alles sehr edel. Flugs hatten wir auch die anderen „Eichenauer“ gefunden und Jana drückte uns sofort ein Sektglas in die Hand, mit welchem wir alle anstießen. „Ich wünsche euch Mädels ganz viel Glück im neuen Jahr. Verliert eure Ziele nicht aus den Augen“, zwinkerte uns die Hofleitung zu.
Gemeinsam verbrachten wir einen wirklich tollen Abend. Das äußerst leckere Buffet konnte man auf der Tanzfläche zu super Musik gleich wieder abtrainieren. Praktisch!

nach oben springen


Besucher
0 Mitglieder und 1 Gast sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Melli
Forum Statistiken
Das Forum hat 150 Themen und 561 Beiträge.