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5 - Aufregende Tage

in Past 22.03.2017 12:11
von biaggi • 26 Beiträge | 32 Punkte

AUFREGENDE TAGE

+ Schicksal


Wow, waren das stressige Tage in letzter Zeit. Vor ungefähr drei oder vier Wochen hatte meine Mutter einen Autounfall und musste daher für einige Tage ins Krankenhaus. Für mich war es ein Schock, als der Anruf von den Ärzten kam und ich ließ sofort alles stehen und liegen und fuhr in das circa 100 Kilometer entfernte Krankenhaus. Zum Glück war es nichts allzu schlimmes, eine Gehirnerschütterung, gebrochene Rippen aber nichts Lebensgefährliches. Dazu kam, dass ich meinen guten Walley für einige Turniere genannt hatte und mich dafür mit ihm im steten Training befand. Man konnte also sagen, dass ich zwischen Krankenbett, Sattel und meinem eigenen Bett hin und her pendelte. Zum Glück konnte sich auch mein Vater noch um seine Ehefrau kümmern und es gab auch Tage, wo Elias Walley mal auf die Weide stellte. Darüber war ich sehr dankbar.
Und nun waren sie auch schon vorbei, die ersten Turniere, die ich mit Walley antrat. Wir waren auf verschiedenen Ställen anzutreffen, darunter der Turnierstall Blumental, bei den Kleemanns und auch im Turnierzentrum Almkirchen waren wir zur Faschingsparty zu Gast. Alles in Allem begeisterte mit Walley immer und immer wieder. Vieles klappte gut und wir platzierten uns einige Male. Zwei goldene Schleifen konnten wir uns auch sichern! Durch meinen und vor allem auch Walleys Ehrgeiz kamen wir schnell auf A-Höhen und wollen auch dies nun bald auf Turnieren zeigen. Ich bin immer wieder begeistert von Walley, wie sehr er für mich kämpft, auch wenn es erst mal nur leichte Hindernisse und Parcours sind, aber ich merke, wie viel Spaß er an er ganzen Sache hat. Ein toller Sportpartner!

Ja, das war eigentlich ein kleiner Rückblick aus den letzten Wochen. Auch heute wollte ich nach dem Einkaufen noch zu meinem Wallach, hatte aber nicht viel vor mit ihm, da ich ihm gerne ein paar Tage Pause geben wollte. Also stieg ich in mein kleines Auto und fuhr erst mal zum Supermarkt, der auf halbem Weg zum Stall lag.

Schnell war ich dort angekommen, der Parkplatz war zum Glück nicht überfüllt und so fand ich schnell eine passende Lücke. Ich stieg also wieder aus meinem Gefährt, schnappte mir einen Einkaufswagen und schob ihn zum Eingang. Ich machte mir immer im Vorhinein einen Plan, was ich brauchte. Nichts hasse ich mehr, als verloren im Laden zu stehen und erst mal überlegen zu müssen, was ich brauche. Aus der Gemüseabteilung nahm ich neben meinen normalen Sachen auch einen großen Bund Karotten mit, die ich für Walley einplante. Danach setzte ich meine Runde fort. Ich stand gerade am Kühlregal, als ich eine zarte Berührung an meinem Arm spürte. Genervt drehte ich mich um, einen gereizten Blick bereits im Gesicht. „Hallo Bianca!“ Schnell änderte sich mein Ausdruck von gereizt in freundlich. “Hallo Mara! Schön dich mal wieder zu sehen. Wie geht’s dir?“ Die Frau lächelte mich an und innerlich bekam ich eine Krise. „Ja, mir geht’s super! Weißt du ich hab mich mit Olaf suuuuper im neuen Stall eingelebt…….“ Oh Gott ja, es ging wieder los, die unendliche Geschichte ihres Lebens. Mara war eine Einstellerin in meinem alten Stall und Olaf ihr dazugehöriges Fjordpony, welches aber wohl eher Pferdemoden-Modell war als Pferd. Besonders die pinken und lilafarbenen Schabraken und Decken hatten es wohl Mara angetan und man konnte das arme Pony wohl jeden Tag in einem anderen Teil auf der Weide stehen sehen. Und wie man es sich jetzt wohl denken kann, ist auch die Besitzerin zu diesem Pony, also Mara, vollkommen klischeemäßig. Eine echte Labbertasche und so viel Tratsch wie sie erzählt.. das habt ihr euer Leben noch nicht gehört! Das schlimme ist ja auch noch, dass sie sich gar nicht für Antworten interessiert. Sie fängt an zu reden und dann kann man abschalten. Und irgendwie war das heute im Supermarkt auch wieder so. „Und wie geht’s dir so?“, nahm ich jetzt eine quietschende Stimme wahr. Das gibt’s nicht! Sie hatte mir doch tatsächlich eine Frage gestellt. „Ja, ähm, mir geht’s auch gut. Ich bin jetzt auf Eichenau mit Walley und ja, das Training läuft super und wir gehen auch schon wieder die ersten Tur…“ „Oh warte, da muss ich kurz rangehen“, fiel mir die Frau ins Wort und deutete auf ihr Telefon. Oh ja, toll. Ich widmete mich dann also wieder im Joghurt neben mir und tat ein paar Becher in meinen Einkaufswagen. „Bianca, ich muss leider los, das tut mir leid. Aber wir können uns bestimmt mal treffen und richtig lange quasseln. Deine Nummer habe ich glaube noch.“ „Ja tschüss!“ Und ehe ich mehr sagen konnte, war Mara auch schon im nächsten Gang verschwunden. Oh zum Glück, ich hatte meine Ruhe wieder. Als nächstes schoss mir der Gedanke vom Handynummer wechseln durch den Kopf.
Nun in aller Ruhe setzte ich meinen Einkauf weiter fort und war damit dann auch schnell fertig. An der Kasse war erfreulicher Weise nicht allzu viel los und ich kam schnell auf den Parkplatz. Meinen Einkauf verstaute ich sorgfältig in meinem Kofferraum und brachte den Einkaufswagen zum Ständer zurück. Danach stieg ich wieder ins Auto ein und steuerte den Reitverein an.

Dort angekommen nahm ich den Karottenstrauß aus dem hinteren Teil des Wagens und schlug dann den Weg zu den Paddockboxen ein. Ein paar Pferde schauten mich auch schon an, unter denen auch mein Schatz war. Als er mich sah, schnaubte er als würde er sich freuen mich zu sehen. Ich ging zu ihm und gab ihm einen Kuss auf die Nüstern. Das war schon unser Begrüßungsritual geworden. Außerdem steckte ich ihm eine Karotte zu, die er mit lauten Kaugeräuschen sichtlich genoss. „Na, da wollen wir doch mal was machen, oder?“ Walley spitzte wie zur Bestätigung die Ohren. Ich ging mit Halfter und Strick in seine Box, streifte ihm dieses über und führte ihn aus seiner Box. Davor band ich ihn an und holte die dunkellilafarbene Putzbox aus meinem Spind. Mit Striegel und Kardätsche entfernte ich den Schmutz aus seinem Fell und auch den Kopf und die Beine reinigte ich sorgfältig. Dabei ließ ich mir gerade an Hals und Ohren etwas mehr Zeit, denn dort genoss er die sanften Bewegungen immer besonders. Nun hatte ich ein vollkommen entspanntes Pferd vor mir, welches auch schon ein Hinterbein entlastete und die Lippe hängen ließ. Zum Schluss nahm ich mir noch Walley Schweif vor, in dem sich einige Heu- und Strohhalme verfangen hatten und auch die Hufe kratzte ich noch aus. Dann führte ich meinen Wallach in die Reithalle, die zum Glück leer war. Das konnte ich mir aber schon denken, weil einige Reiter bei diesem schönen Wetter schon den Reitplatz benutzten.

In der Halle angekommen, machte ich Walley vom Strick los und ließ ihn erst mal ein wenig herumtoben. Aus dem Gang nahm ich noch einen großen grünen Plastikball, der wohl eher für Reha-Maßnahmen gedacht war, aber auch wunderbar als Pferdespielzeug diente. Der Rappe kam interessiert zu mir und beäugte das runde Ding anfangs ein wenig skeptisch. „Das beißt schon nicht“, schmunzelte ich. Ich kickte den Ball mit wenig Schwung weg und nachdem mein Pferd im ersten Moment komisch aus der Wäsche guckte änderte er in Sekundenbruchteilen seine Meinung und jagte dem Ball hinterher. Dabei stieß er ein Wiehern aus, was eher einem Quietschen glich. Ich musste loslachen. Das sah schon ganz schön komisch aus, der große Schwarze jagte einem überdimensionalen Flummi hinterher und freute sich wie ein Schneekönig darüber. Und so schnell wurde Walley auch nicht müde! Bestimmt 20 Minuten kickte er immer wieder gegen den Ball, der dann natürlich wegflog. Er setzte dann zum Sprit an und versuchte, den Ball mit seinen Hufen festzuhalten, als wolle er sagen „Hier geblieben!“ Erst nach einiger Zeit verlor er etwas das Interesse an dem Plastikspielzeug. Er rannte noch einige Runden ehe er den Boden erkundete und beschnüffelte und sich an einer seiner Meinung nach geeigneten Stelle hinlegte und sich erst mal ausgiebig wälzte. Typisch Pferd, das musste immer sein! Aber gut, man konnte es ihm ja auch nicht verübeln. Nach einigem Male Schütteln und noch ein paar Runden im Schritt kam er zu mir, als wolle er sagen „Ist gut Mami. Ich bin fertig.“ Dieser etwas treudoofe Ausdruck in seinem Gesicht war einfach göttlich und ich musste schon wieder lachen. Also hakte ich den Führstrick wieder in Walley Halfter und führte ihn wieder vor seine Box.

Dort putzte ich Walley nochmal schnell über und legte zur Sicherheit noch eine Decke auf seinen Rücken. Kürzlich hatte ich erst eine vom Verein geschenkt bekommen, weil ich nun doch schon einige Zeit als Mitglied angemeldet war. Danach stellte ich Walley zurück in seine Box. Er würde am Nachmittag nochmal raus dürfen.
Bevor ich mich verabschieden wollte, musste ich aber natürlich noch aufräumen. Schnell holte ich mir einen Besen aus der Sattelkammer und kehrte die Stallgasse. Außerdem holte ich den Monsterball wieder aus der Halle. Dabei begegnete mir Naya, die mich nur kichernd ansah. „Na, hat es Walley Spaß gemacht?“ „Oh ja, wie verrückt“, grinste ich zurück und unsere Wege trennten sich auch wieder. Sie wollte sicherlich eines ihrer Pferde besuchen. Besonders ihren Ghazal fand ich ja eine Augenweide, richtig hübsch!

Wieder bei Walley angekommen schlüpfte ich nochmal mit einer Karotte in seine Box und verfütterte diese in kleinen Stücken an den Wallach. Wenn es danach ging, könnte er ganze Möhrenfelder verputzen. Auch ein paar Streicheleinheiten gönnte ich ihm, die er wahrlich genoss. Ghazal könnte ich schön finden wie ich wollte, aber das schönste Pferd hatte ich hier neben mir stehen: meinen Walley!

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