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#12 | Mr. Ice blue

in Past 25.05.2017 14:58
von Darcy • 114 Beiträge | 160 Punkte

Juli 2016

Wer weiß wo Inspiration herkommt. Vielleicht entsteht sie aus Verzweiflung, vielleicht sind es Glücksfunken des Universums, Liebenswürdigkeiten der Musen. – Amy Tan


Die Uhr in der großen Reithalle zeigte 6:30 Uhr an. Erin zog die Bügel des Dressursattels hoch und ging mit dem Berittpferd zur Hallentür. Beim Blick nach draußen verzog sie das Gesicht. Wie so oft in der letzten Zeit hingen dunkle Wolken über Eichenau und es regnete, schon wieder. Seitdem sie sich eine kurze Auszeit genommen hatte war es erst schwer gewesen wieder neue Kunden zu finden, doch mittlerweile war sie überbucht. Das war einer der Gründe, wieso sie morgens meist um 5 im Stall stand. Dann herrschte noch absolute stille im Stall und sie konnte ihr erstes Pferd in Ruhe machen. So wie sie morgens die erste im Stall war, war sie Abends meist auch die letzte. Der Stall war voll und sie war ausgelastet. Das einzige was dabei viel zu kurz kam war ihre Beziehung zu Jason. Wobei diese, seit ihrer Rückkehr, so wie so einen Knacks hatte. Da es nicht so aussah als würde der regen in den nächsten Minuten wieder aufhören, trat sie den Weg zum Stall an.

Der 3 Jährige Wallach zuckte erschrocken zusammen, als Ines die Stalltür hinter dem Wallach schloss.
„Was für ein Sau-Wetter“ schimpfte die junge Frau.
„Ich hätte gern weniger Wasser von oben, alles andere ist egal. Aber so langsam reicht es“ gab Erin ihr Recht und streichelte den Wallach über den Hals, bevor sie ihm Sattel und Trense abnahm und ihn in seine Box stellte. Der Wallach stürzte sich auch gleich auf sein Frühstück, bevor er zu den anderen auf die Weide durfte.
Da sich das Wetter den ganzen morgen über hielt und es nicht danach aussah das der Regen aufhören würde, hing Erin den Rest ihrer Pferde an die Longe. Dabei standen viel Stangenarbeit und auch Doppellonge auf dem Arbeitsplan der Pferde. Derzeit hatte sie insgesamt wieder 10 Berittpferde. Neben dem 3 Jährigen Wallach von heute morgen hatte sei noch zwei 3 Jährige Hengste zum anreiten im Stall. Die beiden durften heute locker am Kappzaun laufen. Dazu kam eine 5 Jährige Stute, eine 7 Jährige Stute beide zur Ausbildung bei ihr. Hinzu kam ein 4 Jähriger Hengst den sie wieder anschmeißen sollte so wie zwei 6 Jährige Wallach die beide auf den Weg in die Klasse M waren. Seit gestern hatte sie auch noch je einen 8 und 10 Jährigen Wallach im Stall stehen, die beide verkauft werden sollten.
Hinzu kam das sie drei mal die Woche Svenjas Stute Amy mit ritt und seit kurzem auch Janas Hengst Lucky. Sie war ganz froh darüber, das Ines sich bereit erklärt hatte ihr unter die Arme zu greifen und so hatte sie auch noch genug Zeit Abends für ihre eigenen Pferde.

Und so war es erst 13 Uhr als sie mit ihren Berittpferden fertig war und ihren Friesenwallach am Putzplatz im Stall anband. Motiviert fing sie an den Wallach zu putzen. Ihr Plan war es heute ein lockeres Dressurtraining zu machen. In den letzten Wochen hatten sie vermehrt an den Lektionen der schweren Klasse gearbeitet und es war mal wieder Zeit für eine Auszeit.
„Erin“ Jasons stimme riss sie aus den Gedanken und sie sah ihren Freund überraschend an.
„Was machst du den hier?“
Eigentlich hätte er jetzt bei der Arbeit sein sollen oder im Einsatz oder so. Sie stieg derzeit nicht mehr so ganz durch, was grade seine Aufgabe war.
„Ich muss mit dir reden“ und in dem Ton in dem Jasons das sagte musste etwas passiert sein.
Erin umrundete Tibbe ein mal und stellte sich dann vor Jason. „Was ist passiert?“
„Unsere Einheit wird aufgelöst“ platzte Jason direkt heraus.
Erin schluckte ein paar Mal und sah ihn verwirrt an „Was bedeute das?“
„Die Regierung ist der Meinung das wir nicht mehr benötigt werden und hat die Einheit aufgelöst. Wir haben allerdings alle schon neue Jobangebote bekommen“
„Und du?“ fragte sie nun vorsichtig. Irgendwie hatte sie ein komisches Gefühl.
„Ich habe zusammen mit einigen anderen ein Angebot aus Kanada bekommen, von einer Spezialeinheit“
„Wirst du das Angebot annehmen?“
„Das habe ich schon“
Jetzt wusste Erin gar nicht mehr was sie sagen sollte. Sie war sprachlos und sie wusste auch nicht was sie fühlen sollte. Tief in ihrem inneren zerbrach etwas, aber es mischte sich auch irgendwie Erleichterung mit ein, was ihr allerdings ein schlechtes Gewissen machte. Mit zittriger Stimme fragte sie ihn daher: „Wie stellst du dir unsere Zukunft vor?“
„Ehrlich gesagt gar nicht. Nimm mir das nicht übel Erin, aber seit dem du Verschwunden warst, hast du dich verändert und mal ganz im Ernst, wir haben doch gar keine Beziehung mehr. Du gehst mir jeden morgen aus dem Weg und kommst abends erst spät nach Hause.“ Damit ließ Jason auch eine kleinen Vorwurf mit aufkommen. Wieder zerbrach etwas in Erin, aber es kam auch ein neues Gefühl dazu, Wut. Aber er hatte ja auch irgendwie recht, sie war ihm aus dem Weg gegangen und war mehr oder weniger vor ihm geflohen. Somit sprach sie das aus, was sie eigentlich schon lange wusste und wovor sie immer Angst hatte:
„Jason ich bin dir dankbar für alles was du für mich getan hast. Ich wollte dir nie wehtun wirklich nicht, aber ich glaube wir haben nie die gleichen Gefühle füreinander gehabt. Du bist für mich eher ein guter Freund, als ein Lebensgefährte“
Jason trat auf sie zu und nahm sie in den Arm. „Ich weiß Erin, ich weiß“ sagte er leise.
„Wann fliegst du?“ fragte sie leise
„Morgen früh, leb wohl Erin“ damit drehte sich Jason um und verließ den Stall. Seine Körperhaltung war angespannt und er hatte seine Hände zu Fäusten geballt. Er tat sich mit dieser Entscheidung schwer, genau so wie sie, aber es war wahrscheinlich das beste.

Wie lange Erin genau auf der Stallgasse stand und ins leere Blickte wusste sie nicht. Aber auf ein mal Stand Ari vor ihr, ihren Ico an der Hand.
„Erin?“ fragte sie vorsichtig.
Damit war sie wieder im hier und jetzt und ohne Ari zu beachten drehte sie sich um und marschierte in die Sattelkammer. Das nächst beste was sie in die Hand bekam, eine Bürste, flog keine zwei Sekunden später an die Wand. Danach lehnte sie sich mit der Stirn an ihren Schrank und atmete ein paar mal tief durch.
„Hey, was ist mit dir den los?“ ertönte Aris Stimme kurz darauf hinter Erin. Diese musste noch zwei mal tief durchatmen bevor sie sich umdrehte. Die junge brünette Frau stand in der Tür zur Sattelkammer und musterte sie besorgt.
„Jason hat sich grade von mir getrennt“ gestand Erin ihr. Sie selbst war doch etwas überrascht über die schärfe in ihrer Stimme und nach wie vor fragte sie sich, woher die Schärfe in ihrer Stimme kam.
„Komm“ sagte Ari und nahm Icos Sachen aus dem Schrank „wir gehen jetzt ausreiten und du erzählst mir alles“
So waren mit schnellen Handgriffen die Pferde fertig und 10 Minuten später ritten die beiden Frauen am langen Zügel vom Hof. Kaum hatten sie den Hof verlassen, platzte auch schon alles Erin raus und sie fing an zu erzählen.

Als die beiden Frauen eine Stunde später wieder auf dem Hof ritten, ging es Erin schon viel besser. Sie hatten viel geredet und Erin hatte einfach dampf abgelassen. Ico und Tibbe hatten den ruhigen Schrittausritt mehr als genossen. Entspannt waren beide Pferde über die Felder und Waldwege rund um Eichenau gelaufen. Außerdem hatten die Frauen auch Glück mit dem Wetter gehabt, denn das erste mal seit Tagen hatte es aufgehört zu regnen und sogar die Sonne kam hervor. Vielleicht war es auch ein Zeichen, ein Neuanfang? Mittlerweile wieder voll motiviert stiegt Erin vom Pferd ab, streckte sich und schloss kurz die Augen in Richtung Sonne.
„Hoffentlich bleibt das Wetter jetzt so“
„Ja das wäre schön“ stimmte ihr Ari zu.
Gemeinsam machten die beiden Frauen danach ihre Pferde wieder fertig. Dabei viel Erin auch auf das Tibbe ein Eisen relativ locker hatte. „Dicker lass das Eisen bitte drunter bis Svenja Zeit hat und dir neue Schuhe verpassen kann“ bat sie ihren Wallach. Dieser brummelte einmal kurz und nickte dann mit dem Kopf, als hätte er Erin verstanden. „Du Quatschkopf“ lachte Erin, setzte den Huf ab und kontrollierte die anderen Eisen auch schnell. Diese saßen jedoch fest. So löste sie den Strick vom Anbindehacken und brachte ihren Wallach wieder auf die Weide. Diese war von dem vielen Regen in der letzten Zeit auch schon gezeichnet, aber noch relativ fest. Tibbe ging einige Meter auf die Weide rauf und legte sich danach als erstes in den Sand. Danach gestellte er sich zu den anderen Pferden und fing auch an zu Grasen.
Sie selber blieb noch etwas am Tor stehen und beobachtete erst Tibbe wie er zusammen mit Janas Targo rumspielte, danach wanderte ihr Blick weiter zu ihrer Ponystute. Scarlet stand ruhig grasend auf der Weide. Im Moment fand sie keinen richtigen Draht zu der Ponystute und die meisten Reitversuche endeten darin, dass sie anfingen gegeneinander zu kämpfen. Um so glücklicher war sie gewesen, als Lisa sich bereit erklärt hatte, die Ponystute mit zu reiten. Die beiden Harmonierten super zusammen und auch Erin kam wieder besser mit ihrer Ponystute klar.

Ihr Handy kündigte eine neue Nachricht an und als Erin den Absender las musste sie grinsen. In regelmäßigen Abständen, fast täglich, meldete sich Eva Kenzko bei ihr und hielt sie auf dem laufenden was Darki betraf. Der Hengst den sie vor einigen Wochen „gerettet“ hatten, stand nach wie vor bei Eva. Aber weder sie noch einer ihrer Leute kamen so wirklich ran an den Hengst und dieser baute immer mehr ab. Erin wusste allerdings auch das Eva der Meinung war, das sie einen Draht zu den Hengst hatte. Wahrscheinlich schrieb Eva ihr auch nur regelmäßig, weil sie hoffte das sie den Hengst nahm.
Was sie genau dazu veranlasste Evas Nummer zu wählen, wusste sie nicht so genau, aber sie tat es. Bereits nach dem zweiten klingeln nahm die Frau ab. „Bring ihn her“ sagte sie ohne große Einleitung. Am anderen der Leitung herrschte stille. „Bring ihn her“ wiederholte sie erneut. „Bitte?“ fragte Eva am anderen Ende der Leitung. Erin hörte Verunsicherung in der Stimme von Eva. „Ich kaufe ihn“ nun drückte Erin sich noch deutlicher aus. „Bist du dir sicher? Du weißt in welchem Zustand er ist und er baut immer mehr ab“
„Ja ich weiß, bring ihn her“
„Erin …“ fing sie wieder an
„Eva bring ihn her, ich hab es mir mehr als gut überlegt“
„Okay, ich schicke Tanja gleich los. Danke Erin“
„Gerne Eva“
Die beiden Frauen quatschten noch etwas und dann legte sie auf. Tanja würde erst in 3 Stunden auf Eichenau sein, also hatte Erin noch etwas Zeit.

Auf dem Rückweg zum Stall begegnete sie noch Anni und ihrer Schimmelstute Fairytale. Sie schicke Stute würde bald bei ihr in die Ausbildung gehen und Erin freute sich schon drauf. Nach einem kurzen Gruß verstaute sie ihre Sachen wieder im Schrank und tauschte ihre Stiefel gegen ihre bequemen Turnschuhe.
Der nächste Gang ging zu Jana ins Büro, schließlich brauchte sie noch eine Box. Die Junge Hofbesitzerin hatte ihre Haare zu einem strengen Pferdeschwanz gebunden. Auf ihrem Schreibtisch lagen verteilt viele Dokumente und in der Mitte stand ein schwarzer Laptop auf dem sie im Moment rumtippte. Erin blieb im Türrahmen stehen und klopfte an der offenen Tür. Jana hob kurz den Kopf und grinste dann. „Komm rein Erin“
Erin setzte sich auf die andere Seite des Schreibtisches und lehnte sich im Stuhl zurück.
„In welchem Stall brauchst du eine Box?“ fragte sie dann
„Woher weißt du das?“
„Ernsthaft? Immer wenn du dieses grinsen im Gesicht hast, fragst du mich nach einer Box. Also hab ich recht?“
„Jap. Ich bräuchte eine Box im Hengststall. Ich habe grade Darki gekauft“
„Den Hengst der bei deiner Freundin steht?“
„Genau“
„In welche Box soll er den?“
„Ich würde ihn gerne erst mal zwischen Milli und Takki stellen. Wenn das nicht geht lasse ich mir was einfallen“
„Geht klar“
„Super Danke“
„Immer gerne“

Da sie jetzt noch etwas Zeit hatte und wesentlich früher fertig war als sonst fuhr sie als nächstes Einkaufen und brachte alles nach Hause. Sie nahm von Zuhause auch gleich ein paar Sachen zum Wechseln mit, weil sie mit dem Gedanken spielte im Stall zu übernachten.
Da sie danach immer noch etwas Zeit hatte hielt sie auf dem Weg zum Stall an dem kleinen Coffeeshop an und bestellte sich einen Caffe Latte to go. Eigentlich war sie absolut kein Kaffeetrinkerin, aber heute hatte sie irgendwie das Bedürfnis darauf und so verließ sie Minuten später mit einem dampfenden Becher den Laden.
Beim verlassen des Ladens stieß sie mit einem harten Gegenstand zusammen und der noch heiße Kaffee verteilte sich auf ihrer geliebten Cavallo Reithose. Zum einen brannte ihre Oberschenkel und zum anderen zeichneten sich nun Flecken auf ihrer Hose ab und liefen weiter runter bis zu ihren Knien. Ihre braune Reithose war nun leicht dunkel gefärbt und klebte an ihrer Haut. Eigentlich war Erin niemand der sehr viel Wert auf Markenklamotten legte, allerdings war sie bei ihren Reithosen etwas eigen, den bei ihrer Arbeitskleidung legte sie Wert auf Qualität und Bequemlichkeit. Daher trug sie neben den Cavallo Hosen auch gerne Pikeur Reithosen. Schaute man ihren Schrank fand man neben Cavallo und Pikeur auch Namenhafte Firmen wie Roeckel, Uvex und Tucci. Die Sachen waren zwar alle Schweineteuer, aber hielten was sie versprachen.
„Wissen sie eigentlich wie teuer die Hose war?“ fauchte sie los, nachdem sie ihre Sprache wieder gefunden hatte und blickte wütend von ihrer nun zweifarbigen Hose auf.
Der harte Gegenstand stellte sich als Mann im grauen Anzug heraus mit blonden Haaren und eisblauen Augen. Seine kurzen Haare waren leicht zerzaust, als käme er grade erst aus dem Bett. Aber seine eisblauen Augen zogen Erin in den Bann. Diese Augen musterten sie nun scharf und blieben am Ende an ihrer Hose hängen.
„159€“ sagte er trocken und Erin war Sprachlos, denn das war sogar richtig.
„Woher“ fragte sie überrascht und sprachlos.
Die eisblauen Augen blickten weiter scharf auf sie runter. „Mein Schwester hat die selbe. Hören sie zu, es tut mir wirklich leid, aber ich habe es eilig. Schicken sie mir einfach die Rechnung für die Reinigung oder die neue Hose. Es ist mir egal“ Damit reichte er ihr eine Visitenkarte und verschwand in dem Laden.
Total überfordert schaute sie dem Mann hinterher wie er in den Coffeeshop ging und sich einen Kaffee bestellte. Danach wanderte ihr Blick runter auf ihre Hose und den fast leeren Kaffeebecher in ihrer Hand. Diesen schmiss sie in den Mülleimer neben den Laden und warf ein Blick auf die Visitenkarte. „Matthew Fox“ stand in großen Buchstaben darauf und drunter „Anwalt für Firmengründung und Firmenübernahme“ dazu eine Adresse und Telefonnummer hier in Eichenau. Sie steckte die Visitenkarte weg und machte sich auf den Weg zurück in den Stall.

Kurz nachdem sie auf dem Hof fuhr, bog auch der Transporter des Sportzentrums Redbird auf dem Hof. Wie immer gut gelaunt sprang Tanja Aiden aus dem Transporter und grinste sie an. „Was hast du mit deiner Hose gemacht?“ fragte sie zur Begrüßung und umarmte sie dann.
„Frag nicht“ grinste nun auch Erin und erwiderte die Umarmung und blickte erneut auf ihre Hose. Der Kaffee war mittlerweile getrocknet, hatte aber seine Spuren hinterlassen.
„Lass uns bitte den großen schnell runter holen, er war die ganze Zeit über ruhig und ich will das jetzt nicht provozieren“
„So schlimm?“ fragte Erin sie besorgt.
„Sagen wir mal so, als du ihn das letzte mal gesehen hast, sah er gut aus“
Ja und so ahnte sie schlimmes, als die Tür zum Transport öffnete und den Hengst los band.
„Kannst“ rief sie von drinnen und Tanja öffnete die Tür.
Vorsichtig führte sie den Hengst die Rampe runter und blieb draußen stehen. Im Sonnenlicht begutachtete sie als erstes den Hengst und Tanja hatte recht. Der Hengst war nur noch Haut und Knochen, mattes Fell und keinen Glanz in den Augen.
„Ach du meine Güte, du hast nicht übertrieben“
„Glaub mir wir haben alles versucht, verschiedene Futter, verschiedene Menschen, er hat Wurmkuren bekommen, Bluttest, Zusatzfutter ect. Er baut komplett ab und keiner von uns kommt an ihn ran. Eva ist der vollkommenden Meinung, das du die einzige bist die zu ihm durchdringt“
„Wir schaun mal“ sagte sie Nachdenklich und ging mit dem Hengst in Richtung stall. Abwesend folgte er ihr und im Stall angekommen zog er sich direkt in die hinterste Ecke der Box zurück.
„Erin ich muss leider weiter, aber vielleicht sehen wir und ja demnächst wieder, ich hab gehört du gehst unter die Springreiter?“
„Ja ich reite Janas Lucky zwischendurch mit, ich habe irgendwie Spaß daran gefunden, aber nur zum Spaß“ lachte sie.
„Das sagen sie alle“ lachte sie und dann wurde sie wieder ernst „Ich wünsche dir viel Glück mit ihm. Wenn du nicht an ihn ran kommst schafft es keiner. Das wäre sein Ende“
„Wir kriegen das schon hin“

Erin blieb noch ein ganze weile auf der Stallgasse stehen und beobachtete den Hengst. Nach einer ganzen Zeit löste er sich vorsichtig aus der Ecke und begutachtete sein Futter misstrauisch. Vorsichtig mümmelte er etwas am Heut, aber sobald sich etwas im Stall bewegte, zuckte er zusammen und versteckte sich wieder in der Ecke. Was war nur mit dem Pferd passiert? Eva und ihrem Team konnte sie keinen Vorwurf machen, sie hatten den Hengst schließlich aus seiner schlechten Situation geholt.
Irgendwann gestellte sich Jana zu ihr. „Alles gut?“ fragte sie und warf einen Vorsichtigen Blick in die Box.
„Er frisst schlecht und zuckt bei jedem Geräusch zusammen“ gestand Erin ihr.
„Er sieht auch schlecht aus“
„Ja ich weiß, aber Eva hat ich bestes gegeben. Ich hoffe er kommt hier auf die Füße sonst weiß ich nicht ob er das ganze überlebt“
„Das wird, aber wie heißt er eigentlich?“
Dazu musste sie allerdings erst mal einen Blick auf seine Papiere werfen, den sie hatte den Hengst immer Darki genannt. „Flashpoint“
„Passt irgendwie zu ihm“
„Ja. Ich würde gerne heute Nacht hier im Stall bleiben. Ich mache mir doch etwas sorgen“
„Du kannst auch das Gästezimmer haben“
„Ich möchte gerne direkt im Stall sein, sollte was passieren …“
„Das ist vielleicht keine so schlechte Idee, denn wir haben ein kleines Problemchen“
„Was ist passiert?“ jetzt wurde Erin hellhörig
„In den letzten Tagen waren die Pferde morgens schon zwei mal mit Heu gefüttert, als Bianca, Ines und Lilly zum Füttern kamen“
„Das wart nicht ihr?“
„Nein, wir wissen nicht wer gefüttert hatte“
„Ich halt die Augen auf“

Die beiden Frauen standen noch eine weile zusammen auf der Stallgasse und beobachtete den Hengst. Irgendwann jedoch verabschiedete Jana sich und Erin zog sich in die Box schräg Gegenüber von Darki zurück. Sie saß noch eine weile lang wach in der Box, bevor sie irgendwann einschlief.


zuletzt bearbeitet 25.05.2017 14:58 | nach oben springen


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