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Maike #01 - Von Rückschritten und Fortschritten

in Leila 23.08.2018 15:33
von Leila • 101 Beiträge | 173 Punkte

Hi ihr Lieben,
Ich versuch mal ein bisschen zu erzählen, was in letzter Zeit so passiert ist bei uns, denn als Einsteller machen wir uns noch etwas rar am Gut.

Stefan und ich haben Tscherno und Katniss im Frühling dieses Jahres übernommen. Sind im vergangenen Jahr über einen Lotteriegewinn zu etwas Geld gekommen und haben dieses eingesetzt aus einem recht eintönigen Leben auszubrechen und mit etwas finanzieller Investition neu anzufangen. Dazu gehörte unter anderem je ein eigenes Pferd für uns und da die Anzeige in der Nähe war, kamen wir vorbei, um uns hier am Gut ein paar Pferde anzusehen. Man merkte, dass der Besitzer großen Wert darauf legte, dass seine Schützlinge in gute Hände geraten. Stefan und ich haben also im Rücken dreier verschiedener Pferde gesessen und am Ende hat Stefan sich entschieden, dass er gerne die Energie in Tscherno stecken möchte. Zum einen um selbst sportlich voran zu kommen und zum anderen um einem derartig interessanten Hengst sportliche Förderung ermöglichen zu können, die zuletzt für ihn auf der Strecke geblieben war.

Die beiden sind im Dressurtraining bei Karin Meßkamp und obwohl die Dressur nie Stefans Lieblingsdiziplin war, hat er mit Tscherno seinen Weg gefunden und hey, er schaut dabei nicht schlecht aus. im Springen und Vielseitigkeit werden wir beide von Eileen Barker trainiert und unterrichtet. Sie kommt einmal wöchentlich zu Training vorbei. Zu meiner Rolle dabei komme ich noch.

Jedenfalls konnte Stefan mit Tscherno gut anschließen an das, was er kann und die beiden entwickeln sich sehr schnell, da Tscherno auf Aufgaben brennt und Spaß an der Vielseitigkeit hat und Stefan sich jetzt über den Sommer so richtig leidenschaftlich hinein kniet. Ende Juli waren beide erstmals zusammen auf einem Turnier. Die Leistung war nicht schleifenwürdig, aber Stefan war sehr zufrieden mit dem Ergebnis, wie die beiden sich zusammen geschlagen haben. Ich glaube, mit diesem Hengst kann er wirklich gute Karriere im Turnier machen. Weitere Auftritte sind auf jeden Fall geplant, denn Tscherno ist turniererfahren und der Sommer weilt nach wie vor über uns. Da die Wochenenden eh den Pferden gehören, können wir dann auch ebenso gut auf Turniere fahren.

Während es für die beiden scheinbar nur bergauf geht, haben Katniss und ich so unsere Baustellen. Die Fuchsstute hat den Besitzerwechsel nicht gut verkraftet. Schonn beim Probereite war sie nicht die entspannteste, aber sowohl die Züchterin (Alena, mit der wir guten Kontakt haben) als auch der Vorbesitzer schwärmten vom Einsatz der Füchsin, von ihrem Vermögen und ihrer freundlichen Art. Sie haben wohl schon mehrere Interessenten für sie da gehabt, aber alle sahen nur Abstammung und bisherige Turnierleistung unter Jakob (dem Vorbesitzer). Beide wussten, dass der Besitzerwechsel nicht reibungslos über die Bühne gehen würde und beide waren daher auf der Suche nach jemandem, der für sie da sein kann.

In den ersten Monaten war ich mehrfach fast an dem Punkt, wo ich die Reiterei, die lebenslang schon immer meine Leidenschaft ist, einfach hinzuwerfen. Das Training lief nicht, der Kontakt zu Katniss lief nicht und wir hatten einen Rückschlag nach dem anderen. Erst nach über 2 Monaten begann Katniss aufmerksam zu werden, wenn sie mich sah. Ich hatte angefangen, sie ausschließlich vom Boden zu arbeiten und wir rauften uns zusammen. Seit Juni sitze ich nun zwei Mal wöchentlich im Sattel und arbeite an drei Tagen locker vom Boden und so langsam finden wir zueinander. Sie fängt an, Vertrauen zu mir zu fassen und sich auf die Arbeit mit mir einzulassen. Ich tu das ebenso. Zwar ist sie schon fast auf A ausgebildet gewesen, aber sie leistet das im Augenblick mental nicht und die Zeit, die sie dafür braucht, gebe ich ihr gerne. Das Training läuft gut, inzwischen habe ich ein Training pro Woche bei Eileen und wir arbeiten mit Hindernissen und auch mal draußen im Gelände. Alle zwei Wochen treffe ich mich mit Karin und nehme eine Dressurstunde. Wenn die Tage bald kürzer werden, werde ich wohl dann einen dritten Reittag dazu nehmen können und je nachdem, wie sie sich so gibt, können wir vielleicht einen weiteren Tag locker am Boden arbeiten. Natürlich hat Kitty auch immer wieder mal Tage, an denen mit uns so gar nichts kappen wird, aber ich bin der festen Überzeugung, dass sie jetzt das schlimmste überstanden hat und wir nach vorne schauen können!


Stefan hat im Frühling neben seinem Einstieg mit Tscherno tatsächlich auch einen Trainerschein im Reiten Basissport abgelegt. Er sagte, er könnte sich vorstellen, Wissen weiter zu vermitteln. Eigentlich war ich die verrückte Reiterin, die ihn in den Sport geholt hat, aktuell ist es oft er, der mich motiviert weiter zu machen und immer wieder selbst auch neue Ideen hat. Ob er wirklich Reitlehrer wird, weiß ich noch nicht so genau, aber er hat angedeutet, dass er im Job darüber nachdenkt, auf eine 4-Tage-Woche umzustelllen, um mehr Zeit für mich, das Reiten und das Haus zu haben!


zuletzt bearbeitet 23.08.2018 15:39 | nach oben springen

#2

RE: Maike #01 - Von Rückschritten und Fortschritten

in Leila 23.08.2018 16:01
von Leonie • 146 Beiträge | 236 Punkte

Schön zu sehen, wie sehr Tscherno an den neuen Aufgaben wächst und dass sein neuer Reiter gleich damit über sich hinauswächst! Das ist doch die beste Art der Partnerschaft und ich bin sehr gespannt, wie es mit den beiden weitergeht :)
Dass es bei Katniss etwas ruckeliger anläuft ist natürlich schade, aber nicht selten geht daraus ja nur eine umso stärkere Beziehung zwischen Pferd und Reiter hervor. Lange vom Boden zu arbeiten ist jedenfalls sehr gut und wird sicher auch in Zukunft noch helfen. Alles Gute den beiden! :)

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