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Raffi #03 - Ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann

in Leila 18.12.2018 20:14
von Leila • 101 Beiträge | 173 Punkte

"Wie sieht es mit der Musik zur Kür aus?"
"Es wird, das Feingefühl geht verloren, wenn man roten Plüsch auf der Hand liegen hat"
Raffi schob den en roten Kater auf ihrem Arm wieder von der Tastatur runter und drehte am Geschwindigkeitsregler, ganz vorsichtig, um alles nur ein bisschen anzutreiben, denn der Trab auf der Diagonalen passte noch nicht zur Musik. Seit einer Woche nahm sie sich immer wieder Zeit, um einzelne Teile des Soundtracks auf einzelne Teile der einstudierten Kür abzustimmen. Beim Training hörte sie im Ohr immer wieder die einzelnen Takte, malte sich aus, wie die Crescendi einsetzten, wenn starker Trab oder der Wechsel zum Galopp kam, ruhige getragene Takte zur Schrittphase, Flötentriller zu Galoppwechseln. Sie schneiderte die Musik auf das Video, von dem Karin und sie gesagt hatten, dass dort alles geklappt hatte und super ausgesehen hatte.
"Miau!", protestierte es laut hinter ihr und Fuchur hob kurz den Kopf vom Mousepad.
"Oh Nero, was hast du denn?", fragte Raffi nach hinten, denn eigentlich war ihr schwarzer Kurzhaar-Kater eher einer der stilleren Sorte, der nur selten Laut gab.
Fuchur beobachtete seinen Kumpel derweil interessiert. Raffi speicherte das Projekt - endlich fertig! Sie zog die Hand unter ihrem roten, schnurrenden Handwärmer weg und drehte sich auf dem Schreibtischstuhl um.
"Oh nein!", stöhnte sie, denn Nero hatte ihr ein "Geschenk" mitgebracht.
Natürlich wusste sie, dass Katzen eben einen Jagdtrieb hatten und dass Nero stolz wie Bolle war und sich sehr freuen würde, wenn sie sein Geschenk akzeptieren würde. Was waren es schöne Zeiten gewesen, als er nur Sockenpaare, Blätter, Wollmäuse und Grasbüschel angeschleppt hatte.
"Guter Kater", lobte sie ihn und stand dann auf, um das Geschenk angemessen in Empfang zu nehmen und fachgerecht zu entsorgen. Nero wuselte ihr dabei um die Beine, während Fuchur die Ablagestelle interessiert untersuchte.
Als Raffi die Wohnung wieder betrat, hatte Nero sich auf dem Drehstuhl eingerollt und Fuchur saute am Wasserbrunnen herum - alles wie immer. Sie zog die Musik im Stehen auf einen USB-Stick, sicherte die Datei an zehn verschiedenen Stellen und schrieb Karin noch eine schnelle Nachricht, dass sie unterwegs war. Anschließend packte sie sich in ihre Reitklamotten ein, schnappte sich einen Apfel und eine Banane aus der Obstschale und verließ die Wohnung richtung Stall.

Eineinhalb Stunden später stecken Karin und sie mitten in der Trainingseinheit. Raffi war kompliziertere Passagen der Kür nach dem Aufwärmen durchgeritten.
"Bereit für eine erste Generalprobe?", fragte Karin nach einer Schrittpause. Raffi schluckte einmal und nickte dann.
"Denk daran: Einreiten im Trab, Halten und Grüßen und dann setzt die Musik ein"
Raffi verdrehte die Augen, ja sie wusste wie es ablief, sammelte Esme ein, die den Eindruck machte, noch einmal alles geben zu können, und trabte an. Nach zwei Runden auf dem Zirkel und einem Wechsel auf die linke Hand bog sie auf die Mittellinie ab und hielt bei X. Sie Grüßte, nahm den Zügel wieder in beide Hände und aus der Anlage der Halle tönte die erste Melodie. In Raffis Kopf breitete sich blitzartig die Kür aus, das Fenster rückte auf die ersten paar Elemente, die atmete langsam aus und trabte an.

"Nun ja, das erste Mal tatsächlich mit Musik zu reiten ist immer noch etwas anderes, als die Kür stumm zu reiten oder nur die Idee von der Musik im Kopf zu haben", kommentierte Karin den Ritt nach Raffis Gruß.
"Ich verstehe das nicht", gestand Raffi, "Es hat in der stummen Version so grandios funktioniert, wo ist das alles hin?"
Karin hatte Raffi die Kür komplett unkommentiert reiten lassen. Es hatten zwar alle Lektionen funktioniert, aber das Timing war immer ein bisschen daneben gewesen. Es war lange her, dass Raffi eine Kür vorbereitet hatte, diese war die erste, die sie mit Esme einstudierte. Was hatten sie früher anders gemacht?
"Ich kann es dir sagen", erklärte Karin, "Du hast die Kür und die Musik im Kopf. Du hörst die Musik und weißt, was als nächstes kommt. Du bist mit dem Kopf schon so sehr bei dem, was noch kommt, dass deine Hilfen dem automatisch folgen und du alle Hilfen zu früh gibst. Die Tempoverstärkungen auf den Diagonalen setzen nach der Kurve ein, nicht in der Kurve, die Galopphilfe kommt punktgenau auf der Mitte der kurzen Seite, nicht eine halbe Pferdelänge davor. Du musst selbst die Disziplin mitbringen punktgenau zu reiten, nicht musikgenau. Ich weiß, du bist versessen in deine Kür und die Musik dazu, deswegen reitest du zu sehr nach der Musik. Du musst die Musik komplett ausblenden, um deine Kür sauber zu reiten. Nur dann wird es am Ende passen"
Raffi verstand und es fuchste sie auf breiter Länge.
"Was empfiehlst du mir als Übung?", fragte sie ihre Mentorin.
"Nimm dir zwei Ausschnitte der Kürmusik und üb, die Musik zu ignorieren. Wenn es an zwei Stellen klappt, wird es auch der Rest klappen. Ich würde Stellen nehme, die nicht offensichtlich sind für die Punktgenauigkeit", antwortete diese.
"Hast du da bestimmte Vorstellungen?"
"Denk mal nach"
Raffi grübelte, dann kam ihr eine Idee.
"Die Zickzack-Traversalen, da haben wir nach Schritten gezählt, der Wechsel kommt nicht an einer bestimmten Stelle, sondern nach bestimmten Schritten, trotzdem ändert bei der Umstellung die Musik"
"Eine sehr gute Idee, solange ihr im Takt der Musik bleibt, musst du dich dort nur auf die Anzahl konzentrieren, Ich würde vorweg noch ein bisschen was von der Schrittpassage mitnehmen und den einen Übergang zum Trab mitnehmen, dann hast du auch eine Stelle, die Punktgenau funktioniert. Zählen ist eh wichtig, das wird dir die Musik nicht abnehmen. Ich würde deswegen die Stelle mit der zweiten Acht und dem Galoppwechsel als zweites nehmen, auch da haben wir den Galoppwechsel über Sprünge nach der Volte getimt."
Raffi notierte sich die Tipps im Kopf, während sie leichttrabenderweise das Training dem Ende entgegen führte. Esme streckte sich schnaubend gen Hallensand, sie machte das großartig, M-Dressuren waren für sie nun mal keine große Herausforderung. Auch das Turnier auf ehemals heimischem Boden würde keine werden, aber Raffi war was die Kür anging eine Perfektionistin. Sie hatte eine ziemlich genaue Vorstellung, wie die Wertung ausfallen sollte.
Nach zwei Runden Schritt legten sie Esme die Abschwitzdecke auf und verließen die Halle. Es war trocken und nicht glatt, was eine Runde Trockenreiten um die Wiesen verlockend wirken ließ. Etwas Sonne und frische Luft waren sowieso nicht verkehrt im Winter. Karin begleitete die beiden zu Fuß und sie fachsimpelten noch ein bisschen und redeten über die Organisation für die Ritte beim Winter Cup. Die ganze Zeit über wurde Raffi den Eindruck nicht los, dass Karin irgend etwas loswerden wollte, aber auf den richtigen Zeitpunkt wartete, um das neue Thema anzuschneiden.
"Dann haben wir alles besprochen, oder?", fragte Raffi, "Ich habe mich um die Unterkunft gekümmert und wie ich nach Hause komme, du hast dafür gesorgt, dass Esme Silvester nicht in Kirchbergen feiert und wir zusammen auf der Silvestergala anstoßen können"
"Ja, genau, das bleibt dann alles so wie besprochen"
Stille setzte ein, Raffi begann im Kopf leise bis zehn zu zählen und konnte bei fünf bereits abbrechen - na endlich!

"Was hast du heute noch so vor?", fragte Karin ganz unschuldig und Raffi ließ sich auf das Gespräch ein.
"Ich muss noch ein paar Erledigungen machen, ich wollte meine Schwester für das Weihnachtsessen nicht alles einkaufen lassen, zumal sie sie mit ihrer Tochter ja eh genug am Bein hat, auch wenn Mama mit ihr noch backen will", erzählte sie.
Sie plänkelten och ein bisschen vor sich hin, ehe Karin dann doch endlich begann mit der Sprache rauszurücken.
"Hast du denn jetzt gleich eventuell noch eine oder zwei Stunden Zeit?", fragte sie schließlich.
Raffi schaute auf die Uhr. "Jetzt ist es 15:00 Uhr, jetzt ist es eh voll in den Läden, nach 18:00 Uhr wird es wieder besser", überlegte sie laut, "Also ja, meine Wohnung kann ich auch morgen auf Vordermann bringen und die beiden Kater überleben das auch"
Weihnachtsurlaub war schon was tolles!
"Ich bräuchte deine Hilfe bei einem Pferd. Du weißt ja, ich hab gute Freunde am Rubenshof hier um die Ecke und die haben mich gefragt, ob ich ihnen heute bewegen helfen kann. Ich hab mich gefragt, ob du vielleicht Lust hast, mal auf was anderem zu sitzen. Sie wollten das Pferd tendenziell auch trainiert wissen und ich wollte mir erst einmal ein Bild vom Boden verschaffen. Die sagten, das wäre in Ordnung so", erklärte sie.
"Um was für ein Pferd geht es denn?", fragte Raffi.
"Junger Dressurwallach, der Vater ist ein Halbrruder von Esme, die haben den vor kurzem von den Sportpferden Henrich übernommen"
"Klingt tendenziell schick, was kann der?"
"Ist jetzt drei Jahre alt, gut angeritten, wunderbar erzogen, gibt wohl viel, aber eben auch noch nen junger Wallach"

Nachdem Esme fröhlich ihr Mash mit Banane und Apfel auf sich und allem umliegenden verteilt hatte, setzte sich Raffi also zu Karin ins Auto, denn sie war gespannt, was für Connections ihre Mentorin da wieder ausgegraben hatte.
Die Stallgasse vom Rubenshof war wie ausgestorben, die Boxen alle gemistet und die Pferde standen gemütlich in ihren Boxen oder draußen auf Paddocks. Karin hielt vor einer Box, aus der ein fuchsfarbener Kopf mit weißer Nase heraus schnellte.
"Mandelblüte klingt nicht besonders nach Wallach", kommentierte Raffi das Boxenschild und ließ den Wallach an ihrer Hand schnuppern.
"Nein, das Schild ist noch ein altes, die Stute ist letzte Woche verkauft worden, er steht erst seit vorgestern hier und die Zeit war einfach noch nicht da, wie es scheint. Er heißt Vigilance, aber sie nennen ihn Vice"
Eine halbe Stunde später hatten sie den aufgeregten Wallach fertig geputzt und gesattelt. Für einen Dreijährigen war er ernstaunlich weit, auch wenn man ihm deutlich anmerkte, wie aufgedreht er war. Ob nun aufgrund seines kürzlich erfolgten Umzuges oder der Tatsache, im Mittelpunkt zu stehen für zwei Leute, geschah, war nicht offensichtlich, Raffi tippte auf eine Mischung aus beidem.
Mit Hilfe von Karin saß sie auf und merkte direkt den Unterschied zu ihrer 12jährigen Stute, die schon alles an Muskulatur hatte, um einen Reiter anständig zu tragen. Dennoch schien er für einen 3jährigen schon gut ausbalanciert.
"Er hat Sonntag seine erste Dressurpferdeprüfung gewonnen", erzählte Karin.
"Das klingt doch super. Man merkt, dass er Spaß an der Arbeit hat, das ist in dem Alter ja wichtiger als irgendetwas an Können", kommentierte Raffi.
Sie ritt ihn eine Weile auf Zirkeln, wechselte die Hand und probierte alle Gangarten durch.
"Ich dachte ja, Esme hat einen Will to please, aber das ist nicht gegen ihn hier. Da macht selbst die ganze Bahn Spaß", lachte Raffi.
"Na, lässt du dein neues Pferd reiten?" schallte es von der Bande.
Raffi drehte sich dorthin und sah den Stallbesitzer dort stehen. Sie wusste er ritt selber auch Dressur und arbeitete auch viel mit Jungpferden. Sie hatte angenommen, dass Karin ihn heute mit ihrer Hilfe vertrat, außerdem passte das Gesagte vorne und hinten nicht.
"Ich habe Karin angeboten, ihr zu helfen, weil sie dein neues Pferd gerne unterm Sattel sehen wollte", kommentierte Raffi.
"Mein neues Pferd?! Oh Karin, ich fürchte, du hast jetzt ein bisschen was zu erklären", lachte er, "Ich gehe mal wieder, ich will heute noch was schaffen"

Raffi hatte die Traininseinheit beendet und ritt schon trocken. Sie hielt bei Karin an, saß ab und legte die Abschwitzdecke auf, den rest wollte sie führen.
"Soso, dann erklär mal", lachte sie.
"Also, ähm...", begann Karin vorsichtig, "Ich war nicht ganz ehrlich zu dir. Vice gehört seit letzter Woche mir. Ich habe ihn ein paar Male besucht und auch drauf gesessen und aus dem wird mal was"
Raffi nickte, selbst mit ihrem bisschen Erfahrung hatte sie das gemerkt.
"Dann Glückwunsch zum eigenen Pferd!"
Sie meinte es wirklich so, denn Karin hatte länger kein eigenes Pferd besessen. Sie war gesundheitlich nicht mehr in der Lage ein Pferd vollwertig selbst zu trainieren. Über diesen Umstand hatten sie und Raffi sich kennengelernt, als Raffi Herzin zur Verfügung bekommen hatte, weil Karin sie nicht trainieren konnte, wie die damaligen Besitzer sich das erhofft hatten.
"Mir bleibt nur ein Problem bei der Sache..."
"Du wirst ihn auf Dauer nicht trainieren können. Das ganze Nebenbei - Longentraining, Freilauf, Versorgung - das kannst du, aber für die Action im Sattel brauchst du jemanden, der nicht nach einer Lektion keinen Schritt mehr gehen kann", schlussfolgerte Raffi.
"Ja, ich bin auf der Suche nach einem Trainer für ihn. So jung braucht er nur 2-3x pro Woche jemanden, der drauf sitzt und was kann und gut mit umgeht", erklärte Karin weiter
"Da solltest du ja genug Leute kennen"
"Ja, ich hab aber eine Wunschvorstellung und wollte das zumindest mal ausprobiert haben, ehe ich anfrage"
Als Raffi realisierte, wie sehr Karin mit sich rang, fielen endlich alle Puzzleteile an ihre Plätze.
"Du willst mich dafür haben?", fragte sie erstaunt.
"Ja, ich würde dich gerne als Trainerin für Vice engagieren. Du packst ihn richtig an, du hast keine Angst davor und du reitest sehr feinfühlig. Und ihr zwei passt gut zusammen"
"Aber ich habe noch nie wirklich ein Jungpferd beritten", gestand Raffi.
"Das weiß ich, deswegen werde ich dir dabei zur Seite stehen", bot Karin an.
"Okay, ich habe das richtig verstanden: Du willst, dass ich dir dein Jungpferd zwei bis drei Mal pro Woche trainiere, du willst mich dabei Coachen und mir dabei auch noch Geld für den Beritt zahlen?", fasst Raffi zusammen.
"So sieht es aus, dazu fallen alle Kosten für Turnierteilnahmen an mich"
"Moment mal, wir haben noch gar nicht die Details besprochen und du siehst schon gemeinsame Turnierkarriere?" Das ging ihr grade alles etwas schnell.
"Ich muss praktisch denken und er ist grade in Höchstform"
"Können wir uns erst einmal auf gemeinsame Linie eignen und dann über so etwas nachdenken?", fragte Raffi vorsichtig.
"Also machst du es?", hakte Karin einmal nach.
Raffi raste kurz durch alle ihre Einwände, aber sie fand keinen passenden. Für andere bereiten wollte sie immer schon nebenbei machen, das hier würde ihr Zugang werden, über Karin und auch über den Rubenshof würde sie an weitere potenzielle Kunden kommen und vielleicht noch ein bis zwei weitere Pferde jeweils ein bis zweimal wöchtenlich trainieren können.
"Ja", bestätigte sie.
Karin hielt ihr die hand hin und Raffi schlug ein.

Auf dem Weg zu Raffis Auto unterhielten sie sich weiter über das Geschäftliche, das eine Bereiteranstellung bei Karin ihr brachte. Nach den 20 Minuten hatten sie zumindest die Grundzüge fertig, wollten das aber auch noch schriftlich festhalten. Sie einigten sich darauf, am nächsten Tag alles bei einem Kaffee zu besprechen und es noch vor Weihnachten in trockene Tücher zu bringen. Irgendetwas sagte Raffi dabei leise, dass Karin schon alle Unterlagen fertig gehabt hatte, ehe sie heute das Haus verlassen hatte. War sie wirklich so berechenbar? Hielt sie sich selbst für so berechenbar? Scheinbar ja wirklich.
Sie verabschiedeten sich voneinander und Raffi stieg ins Auto, um noch einkaufen zu fahren. Die Läden wurden jeden Tag voller und auch der heutige war keine Ausnahme, dennoch waren die Sachen, die sie haben wollte noch zu bekommen. Mit einem Korb voller Gemüse, ein paar Süßigkeiten und den von ihrer Mutter erbettelten Zuckerperlen für Plätzchendeko. Mit Einkäufen beladen verließ sie das Auto Richtung Wohnung, lud in der Wohnung alles aus und fütterte grade die Kater, als es klingelte.
"Ja?", meldete sie sich verwundert an der Tür.
"Hey Raffi, ich bin's", schallte Thomas Stimme blechern aus dem Hörer.
Verwundert summte sie ihm auf, sie hatte keine Nachricht von ihm und sie hatten auch sonst nichts abgesprochen.
"Ich wollte dich überraschen!", gestand er, "Ich fahre morgen zu meiner Familie und wollte dich noch einmal sehen vor Weihnachten. Ich hab gedacht, du hast bestimmt den ganzen Tag am Stall verbracht wegen deinem Turnier über Weihnachten und deswegen habe ich Pizza mitgebracht"
Er zog die beiden Kartons hinterm Rücken hervor. "Hawaii für dich", grinste er.
Sie packte ihn an der Jacke, zog ihn in die Wohnung und ließ ihn erst nach einem langen Kuss wieder los.
Kurze Zeit später saßen sie auf ihrem Sofa, aßen die Pizza und genossen dazu Wein und ihre Gesellschaft. Raffi erzählte von der neuen Trainingsmöglichkeit und sie redeten über Weihnachten und wie sie es feierten. Thomas erzählte ein bisschen von seinem Sport und begeisterte sich fürs Skifahren in den Asiren.
"Ich hab noch etwas für dich", sagte er schließlich, ging an den Rucksack, den er mitgebracht hatte und zog ein kleines Geschenkpäckchen heraus.
"Auch wenn es viel zu früh ist, frohe Weihnachten, Raffi! Es ist nicht viel, aber ich musste an dich denken, als ich es gesehen habe"
Raffi konnte es gar ncht fassen, sie hatten nie über Weihnachten oder Geschenke geredet, es war dazu einfach noch irgendwie zu frisch und zu früh.
"Aber ich habe gar nichts für dich", entrüstete sie sich mit dem Päckchen in der Hand.
"Das macht doch nichts, wir hatten dazu ja auch nichts gesagt und es ist wirklich nur eine Kleinigkeit", wehrte er ab.
Sie packte das Paket vorsichtig aus und war im ersten Moment sprachlos.
"Also, wenn du es magst, können wir es auch gerne zusammen ausprobieren", sagte er vorsichtig und griff sanft nach ihrer Hand.
"Ich.. ich...", stotterte Raffi vor sich hin, wollte eigentlich irgendwie sauer sein, sah ihn dann an und spürte gleichzeitig, dass sie rot wurde und ihre Wut Lügen strafte.
Thomas zog sie sanft zu sich heran und das Geschenk glitt zur Seite weg. "Oder wir vergessen das erstmal", murmelte er und küsste sie auf die Nasenspitze.

Als er sich mitten in der Nacht verabschiedete (er musste noch packen und hatte von vorerein die Option ausgeschlossen vielleicht über Nacht zu bleiben) blieb Raffi etwas verwirrt, aber auch irgendwie zufrieden in ihrer Wohnung zurück. Sie schnappte sich eine Decke vom Sofa und öffnete ein Fenster, um frische Luft hinein zu lassen. Fuchur hob kurz das rote Köpfchen und rollte sich dann wieder zusammen. Raffi faltete sich in die Decke gewickelt auf Sofa und dachte über Thomas nach und wie glücklich sie mit dem war, was sie grade hatte mit ihm. Grade die Distanz machte das zwischen ihnen aktuel so leicht. Er war immer so gelassen, wenn sie zusammen war und obwohl Raffi schon einige Freunde gehabt hatte, fühlte sie sich immer ein bisschen verunsichert an einigen Stellen. Er schaffte es, ihr das Vertrauen in sich selbst zu geben, dass sie in der Beziehung alles richtig machte.
Gedankenverloren nahm sie nach einer Weile das Handy zur Hand. Sie hatte in den vergangenen Stunden nur zwei neue Nachrichten. Ihre Schwester bedankte sich für die erledigten Einkäufe und eine Nachricht von Karin, bei der Raffi schlagartig wieder hellwach war:
"Vice und du seid übrigens zum Winter Cup genannt, ihr packt das schon!"


zuletzt bearbeitet 18.12.2018 20:56 | nach oben springen

#2

RE: Raffi #03 - Ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann

in Leila 19.12.2018 07:09
von stogadis • 92 Beiträge | 128 Punkte

Ein sehr schöner Bericht <3 Es klingt, als würde in Raffis Leben gerade sehr vieles gut laufen, das freut einen sehr zu lesen :) Herzlichen Glückwunsch zur neuen Trainingsmöglichkeit, wir sind auf jeden Fall sehr gespannt wie es beim Winter Cup läuft - Fee, Alessi und Rebecca werden auch zum Daumen Drücken und Jubeln da sein!

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#3

RE: Raffi #03 - Ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann

in Leila 19.12.2018 10:46
von Leila • 101 Beiträge | 173 Punkte

Es wird jetzt stressiger, als sie das erwartet hat, eigentlich wollte sie Weihnachten in Ruhe bei der Familie verbringen, das wird jetzt weniger was. Fest um Weihnachten herum eingeplant waren die Starts am 26., 27. und 31. und jetzt kommen noch der 22., 25. und 28. und vielleicht noch ein zweiter Start am 31. dazu :D Immerhin ist Heiligabend frei geblieben :D

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