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#9 Home - Gemeinschaftsausritt #2

in Past 10.01.2021 14:41
von Natsch • 20 Beiträge | 52 Punkte

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WIE FRUCHTBAR IST DER KLEINSTE KREIS,
WENN MAN IHN WOHL ZU PFLEGEN WEISS.


SCHICKSALSSCHLAG
Mit einem leichten Kribbeln im Magen stand ich unter der Dusche und wusch mir den vergangenen Abend vom Körper. Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass ausgerechnet mir das passieren würde, schämte mich dafür aber auch nicht oder fühlte mich nicht schlecht. Es gab keine 'Oh mein Gott, hab ich ihn jetzt vergrault? Wirke ich jetzt billig?' Erkenntnis ich bezweifelte, dass diese sich noch im Laufe des Tages einstellen würde. Es war nur ein Kuss gewesen. Ein langer Kuss. Vielleicht waren es auch zwei oder drei gewesen. Zufrieden nickend schlang ich mir ein Handtuch um den Körper nachdem ich fertig war und verließ mit einem leises Summen mein Badezimmer. Ich wohnte bereits seit einer Woche in meiner neuen Wohnung, doch sie war noch längst nicht fertig eingerichtet was mich im Moment jedoch nicht weiter störte.
Mein Summen ging in ein leises flöten über während ich mir ein Shirt, einen Pulli und eine Reithose aus meinem Schrank raussuchte. Elly kam schwanzwedelnd auf mich zu und schnupperte an meinem Bein. "Na Kleine? Du bleibst heute daheim - ich glaub der Gemeinschaftsausritt ist ein bisschen zu viel für dich!", murmelte ich während ich in die Hocke ging und den kleinen Hund hinter den Ohren kraulte. Seit dem Elly wieder bei mir war ging es ihr von Tag zu Tag immer besser und sie wurde wieder agiler. Nach ein paar Minuten stand ich wieder auf und machte mich endgültig für den Gemeinschaftsritt fertig und verließ immer noch stumm vor mich hinlächelnd die Wohnung. Kurz hielt ich am Briefkasten inne da ein besonders großer Brief aus jenem hinaus ragte. Interessiert musterte ich das schwere Papier des Umschlages. "Kein Absender..", murmelte ich skeptisch vor mich hin und zog das schwere Ding aus meinem Briefkasten. Etwas gespannt riss ich ihn auf und schaute etwas skeptisch auf den Inhalt des Briefes. Bilder eines Pferdes waren dort drin zu finden. Ein Apfelschimmel einer stämmigen Rasse und dazu lag eine kurze Beschreibung. War das jetzt Werbung? Ich wusste noch nicht so ganz, was ich mit diesem Brief anfangen sollte, doch ich steckte ihn vorerst ein und würde am Abend genauer darüber nachdenken. Aber eins sah ich direkt... Er war wunderschön.

Als ich am Stall ankam herrschte schon reges Treiben was mir einen Blick auf meine Armbanduhr entlockte. "Nadine, da bist du ja endlich - wir haben uns schon Sorgen gemacht!", hörte ich Julia etwas geschockt sagen und ich wusste auch warum. Wir hatten bereits 13 Uhr und wir waren schon vor einer Stunde verabredet gewesen! Die Überraschung war mir anscheinend anzusehen, weshalb Julia die Arme vor der Brust verschränkte und mich mit einem recht speziellen Blick ansah. "Ist etwas passiert?", fragte sie nach und tippte leicht mit dem rechten Fuß auf dem Boden. Sie wirkte wie eine skeptische Großmutter. Ich schaute sie etwas ratlos an. "Ich hab einfach etwas die Zeit verpennt, tut mir wirklich Leid.", erklärte ich ihr mit einem schiefen Lächeln auf den Lippen und hob unschuldig die Schultern. "Gestern Abend war was lang...", fügte ich noch hinzu und verschwand dann schnell in Richtung der Ställe. Easy war jedoch gar nicht in seiner Box. "Wir haben ihn schon für dich fertig gemacht, Trantüte..", hörte ich Vivi von hinten die mich belustigt musterte und mit einem Kopfnicken in Richtung der Putzplätze deutete. "Oh man, tut mir echt Leid..", seufzte ich und ging zusammen mit Vivi zum Putzplatz wo mich Easy schon erwartete. "Nadine, du Faulpelz dafür schuldest du uns einen deiner berüchtigten Schokokuchen!", erklang Anna's Stimme und sie stieß mich leicht mit der Schulter an. Ich musste grinsen und nickte. "Aber natürlich, morgen gibt es Schokokuchen für alle!", antwortete ich laut genug damit jeder es hören konnte, was für allgemeine Zustimmung sorgte und den Ärger schnell vergessen ließ.

Als dann jeder auf seinem Pferd beziehungsweise in einem Ponykarren saß, ging es auch schon los und wir ritten zusammen vom Hof herunter. Lisa mit Tebby und dem Ponywagen übernahm die Führung, dicht gefolgt von den beiden Hengsten Rockaton und Gin Tonic mit ihren Reiterinnen Tamina und Elaine. Danach gliederten sich Anna mit Flashlight und Al mit Nice Boy ein die sich angeregt über Südafrika und die einheimischen Schlagen unterhielten. "So ein Schlangenbiss ist sicher ganz schön Schmerzhaft!", fing Al an und erschauderte leicht. "Glaub schon und gesund wohl auch nicht.", beide fingen an zu lachen und trieben die beiden Pferde etwas an um mit dem vorderen Wagen mithalten zu können. "Wie war's denn gestern Abend?", fragte Julia die sich mit Joy neben Easy geschoben hatte und mich neugierig musterte. Ich hatte ihr gestern Mittag vollkommen hibbelig von meiner Verabredung erzählt und mich danach nicht mehr bei ihr gemeldet, was sie mir vielleicht ein wenig übel nahm. Mir ein Grinsen nicht verkneifen könnend seufzte ich einmal schwer und theatralisch. "Es war.. toll!", antwortete ich ihr und sie warf mir einen leicht bösen Blick zu. Sie schien allen Anschein nach nicht zufrieden mit der Antwort zu sein und machte mir das auch sehr deutlich. "Du meldest dich nicht und kommst heute zu spät und alles was ich bekomme ist ein 'toll'?", beklagte sie sich und rümpfte leicht die Nase. Ich grinste belustigt und verdrehte leise lachend die Augen ehe ich ihr vom vorherigen Abend erzählte. "Es war wirklich toll. Wir waren Essen, in diesem einen total schicken Restaurant - wusste gar nicht, dass er so stilvoll sein kann. Klingt sicher doof.", wieder musste ich lachen und Julia stieg mit ein.

Maren und Aylien bildeten das Schlusslicht da eine ihrer Stuten rossig war und somit nicht unbedingt vor den ganzen Hengsten herwackeln sollte.
Wie immer startete unsere Reise auf dem Pfad der neben der Militäry Strecke herging. Langsam begannen die Bäume wieder zu blühen und der Frühling wurde langsam, sehr langsam wieder eingeläutet. Julia erzählte mir von einer Geburtstagsparty die total katastrophal gelaufen war. Die Dekoration hatte wohl nicht nicht lange überlebt und die Männer hätten andauernd die Luftballons rumgeworfen und später auch extra neben den Köpfen der Frauen kaputt gemacht. "Ich hab davon noch ein Pfeifen auf den Ohren!", beschwerte sie sich genervt und ich stimmte in musste schief grinsen. "Männer werden sieben Jahre alt, ab da wachsen sie nur noch.", erklärte ich ihr mit einem gespielt weisen Tonfall und erhob leicht meinen Zeigefinger. "Das Gefühl habe ich auch!", stimmte sie mir zu und trieb Joy ein wenig an, da sie zu träumen begann. "Wie läuft es jetzt eigentlich mit Jared weiter? Wo denkst du läuft es hinaus?", fragte sie mich dann und ich schaute beschämt auf den Boden. "Wir waren ja gestern Abend essen - unser fünftes Date, quasi!", begann ich zu erzählen und tätschelte Easy leicht den Hals. "Fünftes Date? Heißt also, dass eventuell etwas ernsteres wird?", fragte sie mich gespannt und gab mir spielerisch einen leichten Stoß gegen die Schulter. "Jaaa... vielleicht.", antwortete ich kleinlaut und schaute sie einen langen Moment an, ehe von vorne weitere Fragen zu meinem Date kamen.
Mir war es nicht gerade unangenehm mit den Mädels darüber zu sprechen. "Habt ihr euch geküsst?", fragte Anna Lena und schaute neugierig über ihre Schulter zu uns. "Möglicherweise?", meine Stimme zog das Wort dermaßen hoch, dass jeder sich denken konnte, was passiert war. "Wow - aber nur geküsst, oder?", ich nickte auf diese Frage hin und warf Lisa einen vorwurfsvollen Blick zu. "Das war ja wohl auch genug!", grinste ich spitz. "Hat er gezahlt?", fragte Tamina weiter und ich nickte wieder. "Ja, ganz Gentleman-like. Er hat mir auch die Türen aufgehalten und mir die Jacke aus und wieder angezogen, die Stuhl zurechtgerückt und all diese kleinen Dinge die von seiner Aufmerksamkeit zeugen", erzählte ich weiter und geriet dabei leicht ins schwärmen. "Wow - also noch von der ganz alten Schule..", die Mädels schienen sich für mich zu freuen, was mich lächeln ließ.

Entspannt ritten wir alle über die Wiese, da die Felder schon lange nicht mehr so schön zu bereiten waren, wie im Herbst und Aylien hatte hinter uns ganz schön damit zu kämpfen Rabea im Zaum zu halten. Ich warf ihr einen ruhigen Blick über die Schulter zu. "Ist alles in Ordnung?", fragte ich besorgt nach und Aylien nickte angestrengt. "Ja, alles oke. Rabea würde nur gerne ein wenig mit den Hengsten da vorne flirten. Es nervt sie, dass sie hinter euch hergehen muss.", sie verdrehte die Augen und wir alle mussten grinsen. "Vielleicht solltest du doch Mal darüber nachdenken sie decken zu lassen!", witzelte Elaine und schaute ihr schalkhaft entgegen. "Um Gottes Willen - ich verzichte!", antwortete Aylien kopfschüttelnd und ermahnte Rabea etwas ernster, woraufhin die rossige Stute sich etwas beruhigte.
Nach ein paar Minuten, fragte Lisa, ob sie denn Mal traben wollten. Sie und Tebby waren schön auf dem Weg geblieben und sie gab dem kleinen Hengst das Kommando schneller zu werden. Alle waren einverstanden und taten es ihr gleich und trieben ihre Pferde an.

In geschlossener Formation kamen wir dann wieder am asphaltierten Weg an und parierten unsere Pferde durch. Langsam begann auch Rockaton etwas nervös zu werden und tänzelte leicht auf der Stelle. Tamina verdrehte die Augen und zügelte den aufgekratzten Hengst. "Wenn wir dem guten alten Rockaton jetzt noch eine Clownsnase aufsetzen und einen großen bunten Ball, kann er ohne weiteres mit diesem rumgezappel im Zirkus auftreten!", witzelte Anna auf Flash der sich von der Unruhe des Fuchses jedoch nach der ausgesprochenen Worten anstecken ließ. Der Junghengst spielte aufgeregt mit den Ohren und legte diese Schlagartig an, als ihm Rockaton dann doch zu Nahe kam. "Ruuuuuhig, Flash.", redete Anna auf den braunen Araber ein und musste ihn stark zügeln. "Gehts?", fragte Julia und die beiden vorderen Hengstreiterinnen nickten angestrengt. "Die lieben Hormone...", wieder mussten alle lachen. Irgendwann bogen wir rechts ab, doch kamen dort nicht weiter da eine ganze Kuhherde den Weg blockierte. Also hieß es zurück reiten ohne den Hengsten die nun hinten waren viel Anlass zu geben, Rabea im nächstbesten Moment anzuspringen.
Rockaton drängte ganz schön nach vorne, schaffte es aber nicht an Easy und Joy vorbei sodass Tamina die Chance hatte ihn zu zügeln und wieder in seine Reihe zu bringen. "Mein Gott du Testosteronschleuder!", fluchte die Besitzerin des Hengstes und hatte noch ein Stückweit mit ihm zu kämpfen, ehe er widerwillig wieder hinter Tebby die Führung übernahm.

"Galoppieren?", fragte schließlich Tamina nach einer Weile nachdem sie Rockaton wieder unter Kontrolle hatte und dieser sich aufmerksam auf ihre Hilfen einließ. Ich hoffte nur, dass Samir sich später nicht ganz so hengstisch benehmen würde, da ich sonst noch darüber nachdenken müsste, ihn legen zu lassen. Darüber kurz im Gedanken versunken, verpassten Easy und ich ein wenig in den Galopp über zu gehen, was mir einen belustigten Blick von Julia einheimste. "Huch! Na komm!", sagte ich leise zu Easy und gab ihm die nötigen Hilfen um ebenfalls mit den anderen Pferden zu galoppieren. Flash und Rockaton setzten sich sofort an die Spitze, sehr dicht gefolgt von Nice Boy und Gin Tonic. Die Stuten hinter uns ließen sich bewusst ein wenig mehr Zeit und beteidigten sich nicht an diesem Schweinerennen unter Hengsten und Wallachen. Ich hielt mich mit Easy auch weiter hinten und galoppierte den Wallach in einem gemütlichen Tempo. Einen Meter weiter links versperrte ein Baumstamm die Hälfte des Weges, über den die langsamer vor sich hinreitenden Mädels gemütlich drüber setzten.
Am Ende unserer Galoppstrecke parierte ich den Fuchs ruhig durch und schaute mich kurz nach Aylien und Maren um, die ebenfalls sehr gelassen aufschlossen. Kurz drehte ich mich zu Julia. "Denkst du ich muss Samir legen lassen?", fragte ich sie schließlich, da mich die Frage nun doch ein wenig mehr beschäftigte. Sie hob leicht die Schultern. "Er benimmt sich doch eigentlich ziemlich gut und nicht all zu hengstig?", fragte sie nach und tätschelte Joy den Hals. "Ne, nicht wirklich. Zur Zeit testet er halt gerne Mal aus..", erklärte ich ihr und sie nickte. "Wenn du ihn gut erzogen hast, dann brauchst du ihn nicht legen. Das meiste ist wirklich Erziehungssache.", fuhr sie fort und zwinkerte mir beruhigend zu.

Bald schon kamen wir am Hof wieder an und uns allen lag ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen. "Das war Mal wieder ein klasse Ausritt, trotz unseren Hormonspritzen!", grinste Tamina und Anna nickte zustimmend. "Ja, da hast du Recht! Vielleicht können wir beim nächsten Mal noch mehr motivieren mitzukommen!", setzte Anna-Lena dann an und schaute sich kurz nach dem Rest der Bande um. Die Hunde, die den ganzen Ausritt über sehr brav in der Nähe geblieben waren und hatten nur gelegentlich einen Abstecher ins Feld gemacht, verstreuten sich bereits wieder über den ganzen Hof und begrüßten ihre Kumpel die zurückgeblieben waren.

Ruhig führten wir die Pferde wieder an die Putzplätze und kümmerten uns um ihr Wohlbefinden. Bea kam wenig später auch dazu und fragte, wie der Ausritt gewesen war. "Ach Bea... Das war ein Ausritt... Zu viele Hormone, eindeutig!", grinste Lisa und schüttelte theatralisch den Kopf. "Unerfüllte Liebe lag in der Luft!", führte Anna weiter aus und alle begannen zu lachen, ehe wir ihr von unserem Ausritt berichteten.

freedom

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